„Ein klassisches Beispiel ist auch das Mitnehmen von vermeintlich verlassenen Junghasen.“ Diesen Tieren fehlt das elterliche Vorbild und die Geschwister, von denen sie alle lebensnotwendigen Fähigkeiten lernen könnten. Koch weist darauf hin, dass diese Tiere eine „Auswilderung“ möglicherweise nicht überleben.

Manchmal können Tiere jedoch wieder an den Fundort zurückgebracht werden. Abhängig ist dies von der Tierart, dem Gesundheitszustand des Tieres und auch von der Fundsituation. Ästlinge (eben flügge gewordenen Jungvögel), junge Feldhasen und Marderwelpen gehören zu den Arten, die, wenn sie fälschlicherweise mitgenommen wurden, im besten Fall wieder geschützt am Fundort ausgesetzt werden können, stellt Koch fest. Danach sollten die Tiere in Ruhe gelassen werden. Die Elterntiere können ihre Jungen dort wiederfinden und -aufnehmen – im besten Fall sind sie am nächsten Tag verschwunden.

Junge Feldhasen sollten vor dem Aussetzen mit Erde oder Gras abgerieben werden – der menschliche Geruch hält Elterntiere sonst davon ab, ihre Jungen wieder anzunehmen. Waschbären hingegen dürfen in Deutschland nicht wieder ausgewildert werden, sondern müssen ihr Leben in einer Wildtierstation verbringen.

Im Notfall kann ein verletztes Tier auch durch den zuständigen Jäger oder einen Tierarzt von seinen Schmerzen erlöst werden. Bei Unsicherheiten, was zu tun ist, kann der Nabu oder das örtliche Forstamt telefonisch Hilfestellungen geben. Allein die Wildtierberatung des Nabu-Landesverbands Berlin beantwortet im Jahr 4.000 telefonische Anfragen von Bürgern.

Seit einigen Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, sich beim Kontakt mit Wildtieren mit Tollwut anzustecken sehr gering. Durch große Impfkampagnen wurde die Krankheit größtenteils ausgerottet. Beim Kontakt mit Waschbären in Hessen können Infektionen mit Waschbärspulwurm auftreten, im restlichen Bundesgebiet ist die Ansteckungsgefahr gering.

Füchse hingegen können den Fuchsbandwurm und die Fuchsräude übertragen. Eine Ansteckung mit dem Wurm kann durch gründliches Händewaschen nach dem Kontakt mit einem Fuchs oder Dingen, die mit einem der Tiere in Kontakt waren, vermieden werden. Die Fuchsräude hingegen ist vor allem für Haustiere ein Problem. Eine Infektion kann mit vorbeugenden Impfungen verhindert werden.

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