Außenhandel mit USA

Trump-Zölle wirken: Exporte brechen ein

Aktualisiert am 21.05.2026 – 10:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Trump hatte im April 2025 Zölle für beinahe alle Handelsparter der Vereinigten Staaten angekündigt (Archivbild). (Quelle: Mark Schiefelbein/AP/dpa/dpa-bilder)

Deutschlands Handelsüberschuss mit den USA ist deutlich geschrumpft. Besonders die höheren US-Zölle auf Autos treffen die deutsche Exportwirtschaft.

Die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Zölle zeigen deutliche Folgen für den deutschen Außenhandel. Im ersten Quartal 2026 ist der deutsche Exportüberschuss im Handel mit den USA um 30,5 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Ausschlaggebend waren vor allem deutlich niedrigere Ausfuhren von Autos und Fahrzeugteilen.

Insgesamt exportierten deutsche Unternehmen von Januar bis März Waren im Wert von 36,2 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten. Das waren 12,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stiegen die Importe aus den USA leicht um 1,9 Prozent auf 23,8 Milliarden Euro.

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Handelsdefizit bei Brennstoffen

Besonders stark betroffen war die Autoindustrie. Der Exportüberschuss bei Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen sank um 35,5 Prozent auf 5 Milliarden Euro. Insgesamt gingen Fahrzeuge im Wert von 6,5 Milliarden Euro in die USA – ein Rückgang um 28,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Gleichzeitig stiegen die entsprechenden Importe aus den USA um 13,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Auch bei Maschinen erzielte Deutschland weiterhin einen deutlichen Überschuss im Handel mit den USA. Dieser lag bei 4,9 Milliarden Euro – fiel damit jedoch um 4,8 Prozent geringer aus als im Jahr zuvor. Überschüsse gab es zudem bei pharmazeutischen Erzeugnissen und elektrischen Ausrüstungen. Ein Handelsdefizit verzeichnete Deutschland dagegen bei mineralischen Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas.

Trump hatte den Europäern wiederholt vorgeworfen, die USA im Handel „abzuzocken“, und höhere Zölle auf Importe aus Europa eingeführt. Ziel der Maßnahmen ist nach Darstellung der US-Regierung ein ausgeglicheneres Handelsverhältnis. Deutschland erzielt seit mehr als drei Jahrzehnten Exportüberschüsse im Handel mit den Vereinigten Staaten. Das letzte Handelsdefizit gab es 1991.

EU einigt sich auf Handelsdeal

Erst am Mittwoch hatten sich die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament auf die vollständige Umsetzung des umstrittenen Handelsabkommens mit den USA geeinigt. Das Abkommen soll einen weiteren Handelskonflikt verhindern. Künftig sollen für die meisten EU-Exporte in die USA Zölle von 15 Prozent gelten – unter anderem für Autos, Halbleiter und Pharmazeutika. Damit bleiben die Zölle zwar deutlich höher als vor Trumps Amtsantritt, zugleich soll die Vereinbarung aber weitere Erhöhungen verhindern.

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