Demenzrisiko im Alter

Wer diese drei Risiken in der Lebensmitte vermeidet, hält sein Gehirn länger fit


10.08.2026 – 12:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Mann mit Kaffeetasse (Symbolbild): Ein gesunder Lebensstil in den mittleren Lebensjahren wirkt sich oftmals positiv auf Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes aus. (Quelle: Mirjana Pusicic/getty-images-bilder)

Eine Langzeitstudie zeigt: Wer in der Lebensmitte drei wichtige Risikofaktoren vermeidet, kann fast 13 demenzfreie Jahre mehr erwarten.

Demenz entsteht nicht erst im hohen Alter. Schon Jahrzehnte zuvor können bestimmte gesundheitliche Faktoren beeinflussen, wie lange Menschen später ohne die Erkrankung leben. Eine neue US-Studie verdeutlicht, wie groß dieser Zusammenhang sein kann.

Fast 13 Jahre Unterschied

Für die Untersuchung werteten Forscher der NYU Grossman School of Medicine Daten von 12.409 Menschen aus. Die Teilnehmer waren zu Beginn im Durchschnitt 56 Jahre alt und wurden im Mittel gut 26 Jahre lang begleitet.

Die Wissenschaftler untersuchten drei Risikofaktoren für die Gefäßgesundheit: Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen. Mit jedem zusätzlichen Faktor sank die Zahl der demenzfreien Jahre.

Wer keinen der drei Faktoren aufwies, lebte ab dem 55. Lebensjahr im Schnitt 30,1 Jahre ohne Demenz. Bei Menschen mit allen drei Risikofaktoren waren es dagegen nur 17,5 Jahre – ein Unterschied von 12,6 Jahren.

Studienleiter Josef Coresh von der NYU Langone Health hebt hervor: „Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass Menschen diese Faktoren in der Lebensmitte aktiv vermeiden sollten, um die Gehirngesundheit über mehr als ein Jahrzehnt zu bewahren.“

Nicht nur das Demenzrisiko steigt

Menschen mit allen drei Risikofaktoren hatten ein etwa 2,7-fach höheres Risiko für eine Demenz als Teilnehmer ohne Risikofaktoren. Noch deutlicher war der Zusammenhang mit dem Sterberisiko: Es war mehr als fünfmal so hoch.

Während der Studie entwickelten 3.008 Teilnehmende eine Demenz, 5.238 starben ohne Demenzdiagnose. Die Forscher berücksichtigten deshalb auch, dass Menschen mit vielen Risikofaktoren insgesamt früher sterben können. Entscheidend ist demnach nicht nur, ob eine Demenz auftritt, sondern auch wann – und wie viele Jahre zuvor ohne Demenz gelebt werden können.

Frauen verbrachten generell mehr Jahre ohne Demenz als Männer. Auch zwischen den untersuchten Bevölkerungsgruppen zeigten sich Unterschiede.

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Gefäßgesundheit ist Gehirngesundheit

Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen belasten nicht nur Herz und Kreislauf. Sie können auch kleine Gefäße im Gehirn schädigen, Entzündungsprozesse fördern und eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) beschleunigen – Veränderungen, die langfristig mit Demenz in Verbindung stehen.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hebt deshalb besonders die zeitliche Perspektive der Studie hervor. DGN-Generalsekretär Peter Berlit erklärt: „Während relative Risiken für viele Menschen schwer einzuordnen sind, macht die konkrete Zahl der gewonnenen beziehungsweise verlorenen demenzfreien Lebensjahre den Nutzen einer konsequenten Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Rauchverhalten unmittelbar verständlich.“

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