„Glaserati“

Diesen BMW fehlt das typische Erkennungsmerkmal


Aktualisiert am 12.06.2026 – 07:04 UhrLesedauer: 2 Min.

BMW-Glas 3000 V8 (Baujahr 1968): Dieses Modell ist eine Rarität. (Quelle: IMAGO/Sebastian Geisler/imago)

Ein BMW ohne typische Doppelniere ist eigentlich kaum vorstellbar. Doch in der Ära der „Glaserati“ fielen einige Exemplare optisch stark aus der Reihe.

Seit mehr als 90 Jahren ziert beinahe jeden BMW neben dem blau-weißen Logo auch ein weiteres charakteristisches Merkmal: die sogenannte Doppelniere, der vertikal zweigeteilte Kühlergrill.

Moment – beinahe? Tatsächlich gab es eine Episode innerhalb dieser mehr als neun Jahrzehnte, in der manche Modelle nach unserem Verständnis nur schwer als BMW zu erkennen waren: 1967 übernahm BMW den Autobauer Glas aus Dingolfing, der in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Und die Modelle gleich dazu. Diese wurden jedoch nicht an das Markendesign angepasst, sondern unter dem Namen BMW-Glas noch für einige Jahre unter geändertem Logo weiterverkauft.

Darunter befand sich auch der Glas 2600 V8. Er wurde vom italienischen Designer Pietro Frua entworfen und aufgrund seiner Gestaltung in Anlehnung an Maserati gern als „Glaserati“ bezeichnet. Statt des 2,6 Liter großen V8 kam unter der BMW-Führung ein Dreiliter-V8 – deshalb auch die Namensänderung von 2600 auf 3000. Die Höchstgeschwindigkeit lag in Kombination mit einem überarbeiteten Fahrwerk bei 200 km/h. Jedoch wurden nicht mehr als 418 Exemplare gebaut.

BMW 2000 SA: Das Modell lief noch bis 1973 in Südafrika vom Band. (Quelle: BMW South Africa)

Auch die Limousine Glas 1700 wurde weiter gebaut – allerdings nicht für den deutschen Markt. Als 1800 SA und 2000 SA lief er mit BMW-Technik noch bis 1973 in Südafrika vom Band und war dort indirekter Vorfahre des 5ers.

Die Geschichte hinter der Doppelniere

BMW 303 von 1933: Er trug erstmals die Doppelniere. (Quelle: imago)

Im Jahr 1933 war der BMW 303 eine doppelte Premiere: Erstmals in der Unternehmensgeschichte kam ein Sechszylinder zum Einsatz – und die kühlende Luft kam durch einen Grill, der durch einen Mittelsteg geteilt wurde. Das war grundsätzlich im Automobildesign nichts Neues, doch beim 303 waren die oberen und unteren Enden abgerundet, das Emblem wurde dadurch eingefasst.

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