Direkt nach dem Krieg gebaute Häuser – worauf sollte man achten?

Wenn ein Haus unmittelbar nach dem Krieg bis in die 1950er Jahre gebaut wurde, kann der Kauf böse Überraschungen mit sich bringen. Denn: „Beim unmittelbaren Wiederaufbau wurden oft Materialien aus dem Bauschutt verwendet, die eigentlich nur bedingt geeignet waren“, sagt Klaus-Jürgen Edelhäuser von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Als Beispiele nennt er verunreinigte Sande oder durch Feuer geschädigte Mauersteine. Kein Wunder: „Es ging darum, den Menschen möglichst schnell wieder ein Dach über dem Kopf zu verschaffen.“

Sind 1950 bis 1970 gebaute Häuser solider als Nachkriegsbauten?

„Von der Bausubstanz her schon“, sagt Peter Burk. Aber auch hier gilt: Wärme- und Schallschutz wurde erst ab den späten 1970er Jahren stärker beachtet. Statt mit Kohle wurde dann zunehmend mit Öl geheizt.

Häuser aus dieser Zeit könnten zudem statische Probleme haben. „Außerdem können die damals oft verwendeten Folien auf den Flachdächern undicht sein“, sagt Corinna Kodim. Ein weiteres Problem seien marode Leitungen, „durch die im Laufe der Jahre Wasser ins Mauerwerk eindringen konnte.“ Wer solch ein Haus kauft, müsse also mit erheblichen Sanierungskosten rechnen – falls das Gebäude nicht schon umfassend modernisiert wurde.

„Außerdem begann in den späten 1950er und dann verstärkt ab den 1960er Jahren der Einsatz von Holzschutzmitteln und Asbest“, gibt Edelhäuser zu bedenken. „Die stecken in den meisten Fällen immer noch in den Häusern.“

Welche Altlasten gibt es in Häusern aus den 1980er Jahren?

„Auch sie können Asbest enthalten“, so Edelhäuser. Denn: „Erst 1993 wurde der Einsatz dieses Materials verboten“, erklärt der Fachmann.

Fassade eines mehrstöckigen Gebäudes aus der Gründerzeit: Die Häuser zeichnen sich durch eine stabile Bauweise aus. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Markus Quabach/imago-images-bilder)

Doch Häuser aus den 1980er bis 1990er Jahren haben noch andere Altlasten, etwa Mineralwolle in Dachdämmungen, formaldehydhaltige Bauteile und gefährliche Holzschutzmittel, die zum Beispiel bei Holzverkleidungen an Decken und Wänden verwendet wurden. „All das kann sie zu aufwendigen Sanierungsfällen machen. Dazu kommt, dass die Sanitärinstallation oft marode und korrodiert ist“, so Burk.

Häufig haben diese Häuser auch einen hohen Energieverbrauch. „Erst Ende der 1970er Jahre wurde Wärmedämmung ein Thema. Vorher hat man sich mit der Gebäudehülle wenig beschäftigt“, erklärt Burk.

Sind Häuser, die nach 2000 gebaut wurden, also eine gute Wahl?

Diese Häuser sind viel energieeffizienter als ältere Gebäude. „Häuser, die 2000 und später gebaut wurden, haben in der Regel einen guten Dämmstandard, eine effiziente Heizung, ein durchdachtes Lüftungskonzept sowie moderne Sanitär- und Elektroinstallationen“, sagt Kodim. Aus ihrer Sicht lassen sich diese Gebäude mit überschaubaren Maßnahmen fit für die Zukunft machen, etwa mit einer klimafreundlichen Heizung sowie einer Photovoltaik-Anlage und einer Solarthermieanlage.

Loading…

Loading…

Loading…

Share.
Die mobile Version verlassen