Verschenktes Geld
Viele Deutsche sparen falsch
Aktualisiert am 23.04.2026 – 19:20 UhrLesedauer: 3 Min.
Deutsche nehmen ungern Schulden auf, um sich größere Anschaffungen wie ein Eigenheim leisten zu können. Dabei wünschen sich sehr viele genau das.
Ein Drittel der Deutschen (33 Prozent) will sich in Zukunft eine eigene Immobilie kaufen, von ihnen glauben aber 24 Prozent, dass sie dieses Ziel nie erreichen werden. Das ist eines der zentralen Ergebnisse eines neuen Berichts des Meinungsforschungsinstituts YouGov über die finanzielle Situation der Deutschen. Nur neun Prozent derjenigen, die sich ein Eigenheim wünschen, glauben auch, dass sie es sich jemals werden leisten können.
Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig, könnten aber auch mit der Einstellung der Deutschen gegenüber Schulden zusammenhängen. Obwohl für einen Hauskauf die Aufnahme eines Kredits für die meisten zwingend erforderlich sein dürfte, würden 42 Prozent lieber Geld sparen, als Schulden für größere Ausgaben aufzunehmen. Nur 18 Prozent der von YouGov Befragten gaben an, dass manche Schulden eine gute Investition in die Zukunft sein könnten. Insgesamt haben nur 41 Prozent der Deutschen Schulden.
Wenn Schulden aufgenommen werden, dann aus sehr unterschiedlichen Gründen, so der Bericht. Neben dem Kredit für ein Haus spielen Privatkredite, Autokredite und Überziehungskredite eine große Rolle. Letzteres ist vor allem in der Gruppe derjenigen, die sich selbst als finanziell im Rückstand beschreiben, besonders ausgeprägt. 33 Prozent aus dieser Gruppe haben demnach Schulden durch Kontoüberziehung. 24 Prozent der finanziell Abgehängten gibt an, Schulden durch einen Privatkredit zu haben.
Der Anteil derer, die sich finanziell im Rückstand sehen, liegt insgesamt bei zehn Prozent. Die größte Gruppe mit 38 Prozent gibt an, finanziell „gerade so“ mithalten zu können. 25 Prozent sagten, dass sie komfortabel leben könnten, und 18 Prozent befinden sich auf dem Weg dorthin.
Im internationalen Vergleich geht es den Deutschen damit besser als den meisten. In Ländern wie Indonesien, Polen oder Spanien beschreiben die Menschen ihre finanzielle Lage teils deutlich besser; in Frankreich, Thailand oder den USA überwiegt hingegen die Unzufriedenheit. In Deutschland haben 37 Prozent der Befragten angegeben, aktuell bei nicht essenziellen Ausgaben mehr zu sparen als noch vor einem Jahr.
