Maßnahme wie bei Covid-Pandemie

Expertenrat: WHO soll wegen Klimakrise Notstand aufrufen

17.05.2026 – 18:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Karl Lauterbach und die Fliege: Bis 2019 zierte ihn das Accessoire, ein Überbleibsel aus seiner Zeit als Arzt in den USA. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago-images-bilder)

Eine Expertengruppe hat mögliche Folgen der Erderwärmung untersucht. Ihr gehört auch Karl Lauterbach an. Die Empfehlungen der Fachgruppe sind drastisch.

Eine Expertenkommission mit dem früheren Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgeschlagen, die Klimakrise zur gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite auszurufen. Eine solche Notlage wurde zuletzt etwa für die Covid-Pandemie ausgerufen.

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Lauterbach sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Die WHO muss der Bekämpfung der Klimakrise mehr Aufmerksamkeit widmen. Abwarten im Verlauf der Katastrophe macht keinen Sinn.“ Jährlich sorgten die Folgen der Verbrennung fossiler Brennstoffe in Europa für 600.000 Todesfälle, dazu kämen 60.000 Hitzetote. „Es wird Zeit, dass wir erkennen, dass wir es mit einem medizinischen Notfall zu tun haben.“

Der Bericht, über den zunächst das Magazin der „Spiegel“ berichtete und der auch der dpa vorliegt, sollte am Sonntagnachmittag der WHO übergeben werden. Diese hält am Montag ihre jährliche Weltgesundheitsversammlung ab.

Expertenrunde um Islands Ex-Regierungschefin Jakobsdóttir

Die Experten rufen die WHO unter anderem auf, einen Klima-Informations-Hub mit Faktenchecks und seriösen Prognosen auf wissenschaftlicher Basis bereitzustellen. Regierungen werden aufgefordert, die Klimakrise in ihrer nationalen Sicherheits- und Gesundheitspolitik zu verankern. Beschäftigte in Gesundheitsberufen müssten zudem besser im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Klimaanpassung ausgebildet und Regionen besser bei der Transformation unterstützt werden.

Katrín Jakobsdóttir (Archivbild): Die ehemalige Regierungschefin von Island leitet die Expertenrunde. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa./dpa)

Die WHO hat den Ausschuss im vergangenen Jahr angesichts der steigenden Gesundheitsrisiken ins Leben gerufen, die vom Klimawandel ausgehen. Die sogenannte Pan-European Commission on Climate and Health (PECCH) sollte erschwingliche und praktikable Empfehlungen für den Gesundheitssektor vorlegen. Dazu gehören etwa Frühwarnsysteme für Hitzewellen. Leiterin ist die ehemalige isländische Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir.

Neben dem früheren Gesundheitsminister Lauterbach gehören dem Gremium unter anderem der frühere Leiter der EU-Umwaltagentur (EEA) Hans Bruyninckx und die frühere EU-Umweltkommissarin Connie Hedegaard an.

Eine im Vorjahr vorgelegte Studie des Umweltbundesamtes (UBA) warnt vor den Folgen des Klimawandels wie zum Beispiel Übersterblichkeit in Hitzeperioden, besonders in der Generation 65plus. „Insgesamt zeigte sich, dass Hitzestress sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten zu einer erhöhten Sterblichkeit führt“, so die Studie.

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