Politische Institutionen verbreiten Video

Deutsche Trump-Parodie erregt Aufsehen – Popstar distanziert sich


15.04.2026 – 14:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Donald Trump als KI-Parodie: Der US-Präsident wird mit einem Video in den sozialen Medien für seinen Iran-Krieg verspottet. (Quelle: Twitter/@snicklink/KI-generiert)

Eine KI-generierte Parodie von US-Präsident Donald Trump löst Wirbel aus. Dahinter steckt ein deutscher Satiriker, der jetzt erste Produkte zu dem viralen Hit anbietet.

Die bekannte Melodie von „Voyage, Voyage“ der französischen Künstlerin Desireless aus dem Jahr 1986 ertönt. Zu sehen ist Donald Trump in einem knallbunten Sakko und üppiger Föhnfrisur, wie er an einem Keyboard in die Tasten haut. Statt des ursprünglichen Textes singt der US-Präsident über die Straße von Hormus und dass diese „geschlossen werden muss“. Dann die parodistische Abwandlung: Im Refrain heißt es nun „Blockade, Blockade“ und nicht mehr „Voyage, Voyage“ wie im Original.

Das offensichtlich KI-generierte Video wurde von einem deutschen Satiriker erstellt. Der Berliner Willy Kramer, besser bekannt als „Snickers für Linkshänder“ oder einfach nur „Snicklink“, hat es am Montag auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Dort kommt es nach aktuellem Stand (15. April, 14 Uhr) auf gerade einmal 36.220 Aufrufe. In Zeiten rasender Social-Media-Verbreitung, viraler Hits und Hypes geradezu ein Rohrkrepierer.

Doch dann passiert etwas, das typisch ist für plötzliche Reichweitenerfolge: Andere große Accounts verbreiten das Video über ihre Kanäle. In diesem Fall ist es etwa die iranische Botschaft in Südafrika, die das Parodie-Video am Montagabend über seinen X-Kanal mit seinen fast 170.000 Followern postet. Von dort aus zieht es Kreise, besonders in den Propagandakanälen des Iran-Regimes. Diese versuchen, sich mit dem Clip über Donald Trump lustig zu machen. Der Tenor ist voller Spott und Häme: Schaut her, ein US-Präsident als Clown der Weltpolitik, der an der Straße von Hormus seine Würde verliert.

Wie das Trump gefällt, der selbst schon auf solche KI-Inhalte zurückgegriffen hat und damit Wirbel auslöste, ist unklar. Was hingegen überliefert ist: Dass dieses Video der Schöpferin des Originalsongs überhaupt nicht gefällt. Wie das französische Medium „BFM TV“ berichtet, lehne sie die Verunstaltung ihres Liedguts ab: „Ich weigere mich, dass mein Lied ohne meine Zustimmung verwendet wird, schon gar nicht von Politikern“, lässt Claudie Fritsch-Mentrop, wie Desireless mit bürgerlichem Namen heißt, zu der Zweckentfremdung mitteilen.

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