Kapitän Mainka: „Schiff versenkt“

Was ist passiert beim einst gefeierten Underdog, der durch seine mannschaftliche Geschlossenheit immer wieder die Großen des deutschen Fußballs ärgerte? Plötzlich ist der FCH zum Prügelknaben geworden. Schon der Zweitliga-Auftakt zu Hause gegen Aufsteiger VfL Osnabrück geriet überaus holprig, endete mit einem 4:3-Sieg immerhin noch glimpflich. Doch die Probleme in der Defensive waren da schon augenscheinlich und wurden eine Woche später, beim 1:4 bei Hertha BSC, wo man bereits zur Pause mit 0:3 zurücklag, noch offensichtlicher.

Dabei standen in Berlin neun von elf Startelf-Profis bereits zu Bundesliga-Zeiten im Kader. „Es ist mir ein Rätsel, wie erfahrene Spieler so neben sich stehen können in der ersten Halbzeit“, war Schmidt anschließend ratlos. Gegen Viertligist Jeddeloh II wurde es nicht besser, sondern aus 45 Minuten ein komplettes Spiel, in dem seine Mannen neben sich standen.

Angefressen: FCH-Kapitän Patrick Mainka versteckte seinen Frust nicht. (Quelle: IMAGO/Leon Frick/imago)

„Wenn das Berlin-Spiel ein Schuss vor den Bug war, dann hat dieses Spiel heute das Schiff versenkt“, polterte Mainka. Es sei eine „prekäre Situation, in der sich jeder hinterfragen muss“. Zwölf Gegentore in den ersten drei Pflichtspielen lassen nicht viel Interpretationsspielraum.

Schmidt analysierte im SWR: „Wir haben gedacht, nach der Niederlage letzte Woche und nach der ersten Halbzeit gegen Hertha, dass es fast nicht noch schlimmer gehen kann und dass wir die Defensive mit dem Testspiel unter der Woche gegen Bayern München (2:4, d. Red.) ein bisschen stabilisiert hätten. Aber wir haben gesehen: Im Fußball kann es noch schlimmer gehen, und das mussten wir wirklich brutal erfahren.“

Schmidt: „Schuldige gab es viele, auch ich“

Seine Mannschaft öffentlich scharf kritisieren, wie nach der Hertha-Pleite, wollte der Trainer diesmal aber nicht: „Mir war relativ klar, dass jeder einzelne Spieler Unterstützung braucht.“

Sein Credo, um aus der wohl schwersten Krise seiner Amtszeit herauszukommen: „Klappe halten! Und dann müssen wir als 1. FC Heidenheim wieder vorangehen. Es ist eine ganz schwere Situation, die wir so in der Form noch nicht hatten. Es liegt an uns, sie um 180 Grad zu drehen. Aber nicht mit aufeinander Draufhauen oder mit dem Finger auf Schuldige zeigen. Da gab es nämlich viele, auch ich als Trainer“, so Schmidt selbstkritisch.

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