„Ich bin nicht interessiert“
Uefa-Präsident kündigt Gegenkandidaten für Infantino an
24.08.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Uefa-Chef Čeferin schließt eine eigene Kandidatur für das Fifa-Präsidentenamt 2027 aus. Infantino könnte trotzdem einen Herausforderer bekommen.
Der Uefa-Präsident Aleksander Čeferin hat eine Kandidatur für das Fifa-Präsidentenamt im März 2027 ausgeschlossen. Den Druck auf den amtierenden Fifa-Chef Gianni Infantino hält er dennoch aufrecht: Sollte Infantino erneut antreten, will die Uefa einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken.
Im britischen Podcast „The Rest is Politics“ begründete Čeferin seinen Verzicht. „Ich bin nicht interessiert“, sagte er. Er liebe die Uefa und seine Arbeit dort. Als Gegner Infantinos sei seine „Glaubwürdigkeit weitaus größer, wenn ich kein Interesse an diesem Posten habe“. Čeferin ist seit 2016 Uefa-Präsident – seine Amtszeit endet ebenfalls 2027.
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Infantino steckt in einer tiefen Krise. Sein Plan, den Weltverband für externe Investoren zu öffnen, ist gescheitert. Die Uefa will einen Neuanfang – ohne ihn. Čeferin skizzierte zwei Szenarien: „Die erste Möglichkeit ist, dass er erkennt, dass er nicht über die Unterstützung verfügt. Die andere Möglichkeit ist, dass er bei der Wahl antritt. In diesem Fall werden wir meiner Meinung nach einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Wer das sein wird, weiß ich noch nicht.“
Čeferin will Infantino-Plan durchschaut haben
Die Wahl findet im März 2027 in Rabat statt. Entschieden wird sie durch eine Mehrheit der 211 Fifa-Mitglieder. Derzeit ist Infantino der einzige Kandidat. Als weiterer möglicher Herausforderer gilt der kanadische CONCACAF-Präsident Victor Montagliani. Der Verband für Nord-, Mittelamerika und die Karibik gehört neben der Uefa und dem asiatischen Verband AFC zu den lautesten Kritikern Infantinos. Alle drei unterzeichneten kürzlich eine gemeinsame Erklärung. Ziel ist es, die „Fußballfamilie“ hinter ihrem Anliegen zu vereinen.
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Čeferin gab zudem an, seit Beginn der Krise nicht mehr mit Infantino gesprochen zu haben. Einst war Infantino Uefa-Generalsekretär. Die Fifa spiele seiner Aussage nach „die Karte ‚Das arrogante Europa ist gegen uns'“ aus. Čeferin entgegnete: „Ich finde, jemand sollte ihn daran erinnern, dass er Europäer ist und von der Uefa unterstützt wurde.“
Infantino war am Wochenende in der Dominikanischen Republik – obwohl Montagliani ihn gebeten hatte, einem dortigen U14-Jugendturnier fernzubleiben. Die Fifa veröffentlichte Videoaussagen des 56-Jährigen. Es sei wichtig, sagte Infantino, „sich einzubringen, einen Dialog zu führen, Ansichten und Meinungen zu äußern. In den letzten Wochen ist sehr viel passiert, und es ist wichtig, dass man hört, zuhört und auch in der Lage ist, auszudrücken, wie man sich fühlt“. Insgesamt denke er „positiv, ich bin sehr, sehr glücklich über all die Unterstützung, die ich hier bekomme“.
