Bundestrainer mit scharfen Worten
Hinter dieser Kritik steckt mehr
15.04.2026 – 10:25 UhrLesedauer: 3 Min.
Deutschland bleibt nach dem dritten Qualifikationsspiel auf WM-Kurs. Trotz eines souveränen Sieges auf dem Papier ist der Bundestrainer „nicht ganz zufrieden“.
Aus Nürnberg berichtet Kim Steinke
Die meiste Zeit der 90 Minuten verbrachte Christian Wück auf der Bank. Nur selten erhob sich der Bundestrainer, große Emotionen waren nicht zu erkennen. Auch bei den Toren des deutschen Teams blieb seine Reaktion zurückhaltend, seine Miene passte kaum zu den jubelnden Spielerinnen auf dem Rasen. Es war ein Kontrast, der auffiel – und der einen Grund hatte.
Der 5:1-Sieg der DFB-Frauen gegen Österreich in der WM-Qualifikation las sich klarer, als er sich über weite Strecken darstellte. Unmittelbar nach dem Abpfiff in Nürnberg fand Wück im ZDF daher deutliche Worte: „Ich war ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden mit der Leistung von uns“, erklärte der 52-Jährige und schob hinterher, dass „nur sehr wenige an ihre Leistungsgrenze gekommen sind“.
Tatsächlich offenbarte die Partie Phasen, in denen der Spielfluss stockte und sich Ungenauigkeiten bei der DFB-Elf einschlichen. Deutschland blieb zwar über weite Strecken spielbestimmend und kam zu mehreren Chancen, ließ jedoch in einzelnen Aktionen die nötige Präzision vermissen. Und genau dort setzte Wücks Analyse an.
Der Bundestrainer selbst ordnete seine Kritik später als „Jammern auf hohem Niveau“ ein, machte aber zugleich deutlich, welchen Maßstab er anlegt. „Ich will jetzt nichts schlechtreden, aber ich weiß, was in der Mannschaft steckt“, erklärte Wück. Es ist der Anspruch eines Teams, das mehr will als nur Siege. „Wir wollen zu den Top-Nationen gehören“, sagte Wück. Dazu zähle, Spiele wie das gegen Österreich nicht nur zu gewinnen, sondern dieses auch über 90 Minuten lang kontrolliert und effizient zu gestalten, es „clever“ zu gewinnen.
Entsprechend konkret fiel seine Analyse aus. Wück bemängelte die Positionierung, „leichte“ und „unnötige Fehler“, unsaubere Pässe. Auch das Spiel ohne Ball geriet in den Fokus: zu wenig Bewegung, zu selten das Öffnen von Räumen, zu selten klare Anspielstationen. „Heute hat es nicht so hingehauen, wie ich es mir vorstelle. Deswegen darf ich auch ein bisschen meckern“, so Wück über einen deutlichen Sieg, der unabhängig vom Ergebnis Verbesserungspotenzial bot.
