Von Aura bis Zephyr
Das sind die schönsten Wörter der Welt
26.07.2026 – 08:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Manche Begriffe fassen ein Gefühl zusammen, für das andere Sprachen ganze Sätze brauchen. Diese Wörter aus aller Welt berühren dabei besonders.
Einer großangelegten linguistischen Studie zufolge benutzen Menschen rund 16.000 Wörter an einem Tag – Männer übrigens genauso viele wie Frauen. Dabei denkt man oft gar nicht über die Wörter nach, die wir ständig gebrauchen.
Dabei helfen sie uns dabei, Dinge zu sehen, zu fühlen und zu benennen. Manche Wörter existieren sogar nur in einer einzigen Sprache, weil nur diese Sprachgemeinschaft das Bedürfnis hatte, genau dieses Gefühl, genau diesen Moment in einem einzigen Begriff festzuhalten.
Das Sprachlernunternehmen Babbel hat sich gefragt: Welches dieser Wörter ist das schönste der Welt?
Wie wurden die schönsten Wörter ausgewählt?
Ausgangspunkt war eine Liste mit mehr als 223 Wörtern aus über 75 Sprachen. Dafür werteten die Organisatoren Diskussionen auf internationalen Social-Media-Plattformen aus – Orte, an denen Menschen aus aller Welt darüber sprechen, welche Wörter sie besonders schön, bewegend oder einzigartig finden. Ergänzt wurde die Sammlung durch Vorschläge von Babbel-Sprach- und Kulturexperten.
Anschließend bewertete eine internationale Jury aus Linguisten, Autoren und Kulturschaffenden die Wörter unabhängig voneinander – nach vier Kriterien: Klang, Bedeutung, Seltenheit und kulturelle Resonanz. Jede Stimme wurde durch eine persönliche Begründung ergänzt.
Das sind die 15 schönsten Wörter der Welt:
| Wort | Bedeutung | Sprache |
|---|---|---|
| Mamihlapinatapai | Ein bedeutungsvoller Blick zwischen zwei Menschen, die beide etwas beginnen möchten, aber zögern. | Yaghan (Sprache der Ureinwohner Feuerlands, letzte Muttersprachlerin starb 2022) |
| Hiraeth | Tiefe, bittersüße Sehnsucht nach einer verlorenen oder nie wirklich gekannten Heimat oder Zeit. | Walisisch |
| Zephyr | Eine sanfte, leichte und erfrischende Brise. | Griechisch |
| Aura | Die besondere Ausstrahlung, Energie oder Atmosphäre, die eine Person umgibt. | Griechisch |
| Ikigai | Der Sinn oder Zweck im Leben, der einem Motivation gibt, jeden Morgen aufzustehen. | Japanisch |
| Kaitiakitanga | Die spirituelle Verantwortung, die Natur für zukünftige Generationen zu schützen und zu bewahren. | Māori |
| Kintsugi | Die Kunst, zerbrochene Keramik mit Gold zu reparieren und die Bruchstellen sichtbar wertzuschätzen. | Japanisch |
| Luftmensch | Ein Idealist oder Tagträumer, der mehr von Ideen und Träumen als von praktischen Dingen lebt. | Jiddisch |
| Naz | Das selbstbewusste Gefühl und der Stolz, der daraus entsteht, bedingungslos geliebt zu werden. | Urdu |
| Saudade | Tiefe Sehnsucht nach etwas oder jemandem, der fehlt – zugleich schmerzlich und schön. | Portugiesisch |
| Poronkusema | Traditionelles Distanzmaß: die Strecke, die ein Rentier zurücklegen kann, bevor es urinieren muss. | Finnisch |
| Ojalá | Ausdruck der Hoffnung oder des Wunsches, dass etwas Bestimmtes eintreten möge. | Spanisch |
| Ubuntu | Philosophie der gemeinsamen Menschlichkeit: „Ich bin, weil wir sind.“ | Zulu |
| Iriy | Ein mythischer, warmer Ort, an den laut Legende Seelen und Vögel im Winter ziehen. | Ukrainisch |
| Yakamoz | Das silberne Schimmern von Mondlicht auf der Wasseroberfläche. | Türkisch |
Was macht ein Wort schön?
Die Jury achtete bei ihrer Bewertung nicht nur auf den Klang. Auch die Bedeutung spielte eine zentrale Rolle – besonders dann, wenn ein Wort eine menschliche Erfahrung so präzise einfängt, dass andere Sprachen dafür mehrere Wörter bräuchten.
Hinzu kamen Seltenheit und kulturelle Eigenart: Wörter, die sich kaum übersetzen lassen, weil sie tief in einer bestimmten Lebensweise verwurzelt sind. Und schließlich die Frage, ob ein Wort in unsere Zeit passt – ob es Themen berührt, über die viele Menschen gerade nachdenken: Zugehörigkeit, Sehnsucht, Verbundenheit.
