Ein Rad in der Luft

Warum chinesische SUVs jetzt auf drei Rädern fahren können


17.05.2026 – 14:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Li Auto L9: Es ist eines der SUVs, das im Dreirad-Modus fahren kann. (Quelle: IMAGO/imago-images-bilder)

Einige chinesische Hersteller statten ihre SUVs mit ungewöhnlichen Fahrwerken aus. Die Fahrzeuge können ein Rad anheben, was in verschiedenen Situationen helfen soll.

Ein SUV hebt während der Fahrt ein Rad vom Boden ab und rollt trotzdem weiter. Was bislang eher nach einer Vorführung auf einer Automesse klang, soll bei mehreren chinesischen Herstellern immer mehr Teil neuer Serienmodelle werden, wie „Car News China“ berichtet.

Unter anderem BYD, Aito und Li Auto arbeiten an Fahrwerken, die einzelne Räder gezielt anheben können. Die Technik ist laut Hersteller BYD für drei Einsatzbereiche vorgesehen: Notbetrieb auf drei Rädern, Fahren auf schwierigem Untergrund und Reifenwechsel ohne Wagenheber.

Diese Modelle haben den Dreirad-Modus

BYD zeigt die Funktion derzeit am Denza B8 Flash Charge Edition. Das Modell nutzt das neue Fahrwerkssystem „Disus-P Ultra“. Dabei hebt das Auto ein einzelnes Rad vollständig an, während es mit bis zu 15 km/h weiterfährt. Laut „Car News China“ gibt BYD an, dass das System den Hebevorgang in weniger als einer Minute abschließen kann. Bei einer Vorführung vor Medienvertretern soll der Reifenwechsel in etwa unter zwei Minuten vollzogen werden. Nach Angaben des Herstellers kann das System eine Last von bis zu neun Tonnen anheben. Der Denza B8 kostet in China ab 419.800 Yuan – umgerechnet rund 53.000 Euro. Bisher wird der SUV nur in China, auf den Philippinen sowie in Australien und Neuseeland angeboten.

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Auch der von Huawei unterstützte Hersteller Aito verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Beim überarbeiteten M9 hebt der SUV in Demonstrationsvideos einen Vorderreifen an und fährt stabil weiter. Huawei beschreibt das System als vollaktives Fahrwerk, das Straßenunebenheiten früh erkennt und die Karosserie entsprechend anpasst. Der M9 startet bei rund 499.800 Yuan, also etwa 63.000 Euro.

Li Auto setzt beim Modell L9 auf ein hydraulisches Fahrwerk, das alle vier Räder unabhängig voneinander steuert. Nach Herstellerangaben reagiert das System innerhalb von Millisekunden. Auf klassische Querstabilisatoren verzichtet das Fahrzeug dabei.

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Gleicher Modus, unterschiedliche Technik

Die Hersteller verfolgen allerdings unterschiedliche technische Konzepte. BYD setzt bei seinem System „Disus-Z“ laut Medienberichten auf elektromagnetische Steuerung und verzichtet auf Hydraulikflüssigkeit. Aito und Li Auto arbeiten dagegen mit vollaktiven Hydrauliksystemen. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile – etwa bei Reaktionszeit, Platzbedarf und Kosten.

Aktive Fahrwerke sind grundsätzlich nicht neu. Bislang waren solche Systeme allerdings vor allem teuren Luxusmodellen vorbehalten. In China entwickelt sich die Technik nun zunehmend zum Ausstattungsmerkmal großer Elektro-SUVs.

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