Moderatorin Birgit Lechtermann

„Da blieb mir das Herz stehen“


19.09.2026 – 13:14 UhrLesedauer: 5 Min.

Birgit Lechtermann: Die Moderatorin hat ein altes Herzensprojekt neu aufgelegt.

Birgit Lechtermann: Die Moderatorin hat ein altes Herzensprojekt neu aufgelegt. (Quelle: C.xHardtx/xFuturexImage )

Birgit Lechtermann wurde als Moderatorin der Kindersendung „1, 2 oder 3“ bekannt. Heute setzt sie sich auf ganz andere Art für Kinder ein, wie sie t-online berichtet.

Jahrelang prägte Birgit Lechtermann mit der Kindershow „1, 2 oder 3“ den Sonntag junger Fernsehzuschauer. Zwar endete das TV-Engagement für sie nach 112 Sendungen im Jahr 1995, doch abseits des Fernsehens bleibt die Moderatorin dem Thema bis heute verbunden. Seit vielen Jahren engagiert sich Lechtermann für Kinder – und im Besonderen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Wie wichtig ihr Engagement sein kann, zeigte kürzlich eine Situation, die sie an einer Grundschule in der Nähe ihres Hauses in Köln beobachtete. Laut Lechtermann ging sie nur mit Glück glimpflich aus. Als ein Kind den Zebrastreifen betrat, sei ein Auto angerast. „Dieser Fahrer oder diese Fahrerin hat nicht abgebremst und ist einfach durchgefahren“, sagt die 66-Jährige im Gespräch mit t-online. Das Kind habe im letzten Augenblick einen Schritt zurück gemacht. „Ich war wirklich entsetzt und dachte, mir bleibt das Herz stehen.“

Alle 18 Minuten verunglückt ein Kind im Straßenverkehr

Es ist eine Szene, in der sich für Lechtermann vieles bündelt, was beim Thema Verkehrssicherheit aus ihrer Sicht schiefläuft. Kinder müssten lernen, Gefahren einzuschätzen. Erwachsene wiederum müssten sich viel mehr bewusst machen, dass Kinder dazu nicht im selben Maß in der Lage sind.

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Wie groß das Problem ist, zeigen die aktuellen Zahlen des Bundesverkehrsministeriums: 29.273 Kinder verunglückten 2025 in Deutschland im Straßenverkehr. 74 von ihnen kamen ums Leben. Umgerechnet verunglückte damit im vergangenen Jahr durchschnittlich etwa alle 18 Minuten ein Kind im deutschen Straßenverkehr. Lechtermann sieht darin weit mehr als eine abstrakte Statistik: „Diese vielen Unfälle darf man wirklich nicht aus dem Blick verlieren.“

Ihre erste einschneidende Erfahrung mit dem Thema machte sie als kleines Mädchen. Lechtermann sei im Alter von vier oder fünf Jahre immer selbstständig mit dem Roller in den Kindergarten gefahren. Dort angekommen, stürzte sie eines Tages vom Klettergerüst und zog sich eine Kopfverletzung zu. „Ich habe extrem stark geblutet“, erinnert sie sich.

„Biggi“ mit ihrem Roller: Als sie blutend zu Hause ankam, waren ihre Eltern entsetzt. (Quelle: Privat)

Die damaligen Erzieherinnen schickten das verletzte Mädchen allein mit dem Roller nach Hause. Lechtermann sei mit der blutenden Kopfverletzung losgefahren. Dabei musste sie auch Straßen überqueren. „Ich war ja wirklich abgelenkt durch diese Kopfwunde“, sagt sie. „Das Blut tropfte mir ins Gesicht.“

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