Blackouts und Embargos

Ein Inselstaat am Rande des Zusammenbruchs


Aktualisiert am 19.09.2026 – 14:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Kind auf einem heruntergekommenen Oldtimer: Ohne Strom kämpfen Millionen Kubaner täglich mit Wasserknappheit, verderbenden Lebensmitteln und tropischer Hitze. (Quelle: Ramon Espinosa)

Millionen Menschen ohne Strom, leere Straßen nach Sonnenuntergang und ein Land, das unter politischem Druck und wirtschaftlichem Verfall leidet.

Im Karibikstaat Kuba ist es zum siebten Mal seit Jahresbeginn zu einem kompletten Stromausfall gekommen. „Die Ursache wird umgehend untersucht, und die Protokolle zur Wiederherstellung der Versorgung wurden aktiviert“, teilte der staatliche Stromversorger UNE mit.

Der sozialistische Inselstaat leidet aufgrund der maroden Infrastruktur und eines seit Monaten von den USA verhängten Ölembargos unter einer schweren Energie- und Wirtschaftskrise. Das Land mit rund 9,4 Millionen Einwohnern kann nur einen Teil seines Ölbedarfs decken.

Bis zu 30 Stunden ohne Strom

In den vergangenen Tagen hatten Störungen in den veralteten Wärmekraftwerken aufgrund fehlender Ersatzteile und Treibstoffmangels die Stromversorgung in mehreren Landesteilen bereits stark beeinträchtigt. Die Menschen mussten zuletzt teilweise bis zu 30 Stunden ohne Strom auskommen.

Bereits vor dem landesweiten Blackout war UNE davon ausgegangen, dass am Freitag während der Spitzenlastzeit nur 1.110 Megawatt verfügbar sein würden – bei einem Bedarf von 3.200 Megawatt.

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Zugleich ist der internationale Tourismus auf Kuba im Zeitraum von Januar bis Juli 2026 um 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Dem Inselstaat in der Karibik entgehen dadurch schätzungsweise bis zu drei Milliarden US-Dollar an jährlichen Deviseneinnahmen, die der Sektor zu Spitzenzeiten (vor der Pandemie) erwirtschaftete.

Demonstrierende mit kubanischen Fahnen (Archivfoto): Durch das US-Embargo spitzt sich die Energiekrise zu – Blackouts gehören längst zum Alltag. (Quelle: Ramon Espinosa/AP/dpa/dpa-bilder)

Ohne Wasser, kein Essen – Ärzte operieren mit Taschenlampen

In Kuba hat der Strommangel gravierende Auswirkungen auf den Alltag der Menschen. Ohne Elektrizität funktionieren die Wasserpumpen nicht, wodurch viele Haushalte kein fließendes Wasser haben.

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Auch die ohnehin knappen Lebensmittel verderben schnell, da Kühlschränke ausfallen. Das Kochen wird oft improvisiert – mit Holzkohle oder Holzfeuern im Freien.

Ein Kubaner schiebt einen Wagen mit Wasserkanistern: Blackouts legen Pumpen lahm – Wasser wird zur Mangelware. (Quelle: Ramon Espinosa)

In den heißen Sommermonaten verschärft die tropische Hitze die Situation, da Ventilatoren und Klimaanlagen stillstehen. Schlaf wird in den stickigen Betonbauten zur Herausforderung, weshalb viele Menschen auf Veranden oder Dächern übernachten. Auch Krankenhäuser sind von den Blackouts betroffen, wo Ärzte teils mit Handy-Taschenlampen operieren müssen.

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