Deutsche Politiker reagieren auf Truppenabzug

„Müssen uns wieder relevant für die USA machen“


02.05.2026 – 10:50 UhrLesedauer: 3 Min.

Flugzeug über Ramstein: Die US-Air-Base in Rheinland-Pfalz ist wichtiger Stützpunkt für die USA. (Archivbild) (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa-bilder)

Trump macht seine Drohung wahr – zumindest teilweise. Die USA wollen 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen. Deutsche Politiker ziehen daraus unterschiedliche Schlüsse.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat nach dem angekündigten Teilabzug von US-Soldaten aus Deutschland gemeinsame Interessen betont. „Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA“, sagte Pistorius der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Zugleich machte er deutlich, dass die Entscheidung nicht unerwartet komme. Dass die USA Truppen aus Europa und auch aus Deutschland abziehen würden, „war absehbar“, so der SPD-Politiker.

Man arbeite weiterhin eng mit den Amerikanern zusammen, so Pistorius. Klar sei aber, dass die Nato europäischer werden müsse, um transatlantisch bleiben zu können. „Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen“, so Pistorius. Deutschland sei dabei auf einem guten Weg. Die Bundeswehr wachse. Material werde schneller beschafft und Infrastruktur geschaffen.

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte t-online am Samstag: „Die Absicht von Trump sollten wir nicht überbewerten. Es ist ja schon lange absehbar.“ Truppenreduzierungen seien schon länger angekündigt und keine Überraschung. „Also gelassen bleiben und Trump mit öffentlichen Äußerungen keinen Anreiz zu Kurzschlusshandlungen bieten“, forderte Kiesewetter.

Spannend sei nun aber, wohin diese Truppen verlegt würden. Falls innerhalb Europas, „dann ist es eine Aktion gegen Deutschland“, so Kiesewetter. Falls außerhalb Europas, sei „es mit strategischerem Hintergrund“.

Kiesewetter weiter: „Viel wichtiger ist, dass wir Europäer uns wieder relevant für die USA machen, indem wir eine faire Lastenverteilung für Europa übernehmen.“ Zudem müsse die Ukraine in die europäische Sicherheitsstruktur integriert werden. Damit solle dem „freien Europa“ der Sieg über Russland in der Ukraine ermöglicht werden. „Denn die USA vertreten da russische Narrative auch gegen uns!“, so Kiesewetter.

Grundlegend anders sieht das Markus Frohnmaier, außenpolitischer Sprecher der AfD im Bundestag. Er übt, gerade auch wegen des Fokus auf die Ukraine, scharfe Kritik an der Bundesregierung. Die setze die falschen Prioritäten. „Die Merz-Regierung hat Deutschland weiter herabgewirtschaftet und fast 100 Milliarden Euro militärische Kapazitäten und Finanzhilfen an die Ukraine verschenkt“, sagte Frohnmaier t-online am Samstag. „Das hat Deutschland massiv geschadet.“

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