Rücktritt gefordert
Rassistische Kommentare: Kritik an hessischem Minister
Aktualisiert am 05.11.2026 – 18:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein hessischer Minister äußert sich auf Instagram rassistisch. In Frankfurt und Hessen lösen die Aussagen Entsetzen aus – ebenso Forderungen nach seinem Rücktritt.
Der hessische Minister für Europaangelegenheiten und Internationales, Manfred Pentz (CDU), steht nach rassistischen Kommentaren in sozialen Medien in der Kritik. In einem Video vor dem am Wochenende geplünderten Sportgeschäft auf der Frankfurter Zeil sprach Pentz von „migrantischer Gewalt.“
In den Kommentaren reagierte er auf Kritik von Sahak Ibrahimkhil, der bei der Partei Volt in Essen aktiv ist, mit Kommentaren in gebrochenem Deutsch, die auf klischeehafte Weise die Sprache von eingewanderten Menschen persiflieren. „Warum Du so sprechen.. ?!“, schrieb der CDU-Politiker an Ibrahimkhil. Danach schrieb Pentz: „Ich nix sprechen, ich schreiben.“ Zuerst hatte die „Frankfurter Rundschau“ über den Vorfall berichtet.
Der Auslöser für Pentz‘ Kommentare war scharfe Kritik von Ibrahimkhil. Dieser hatte unter Pentz‘ Video zur Randale in Frankfurt geschrieben, Deutschland müsse „entunionisiert werden“, bevor es zu spät sei. Und weiter: „Das genozidbefürwortende, rassistische und autoritäre Milieu der Union muss in Deutschland politisch bis ins kleinste Dorf bekämpft werden.“
Minister löscht Kommentare – doch es hagelt Kritik
Pentz löschte die Kommentare, doch Screenshots davon kursieren in den sozialen Medien. Unter einem anderen Beitrag bat Pentz um Entschuldigung, nachdem er von Ibrahimkhil erneut mit den Aussagen konfrontiert wurde: „Es tut mir leid, ich habe mich im Ton vergriffen. Ich würde mich freuen, wenn wir uns zusammensetzen und persönlich sprechen können“, schrieb der CDU-Minister.
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Der bei den Frankfurter Grünen aktive ehemalige Sprecher der Grünen-Jugend, Titus Dharmababu, reagierte darauf: „Sie haben sich nicht im Ton vergriffen, Sie haben rassistische Kommentare von sich gegeben, weil Ihr Gegenüber Migrationshintergrund hatte. So jemand hat nichts an der Spitze eines Ministeriums zu suchen.“
Frankfurter Dezernentin fordert Rücktritt von Pentz
Aus der Politik in Frankfurt und Hessen gab es ebenfalls deutliche Kritik an Pentz‘ Aussagen. Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger, Digitales und Internationales (Volt), sagte dazu: „Ich bin fassungslos (…) Was für eine unverschämte, rassistische und unwürdige Art sich öffentlich zu äußern.“ Weiter schrieb sie auf Instagram: „Also wenn er im Amt bleibt ist klar, dass die hessische Landesregierung offensichtlich gar keine Scham mehr kennt, wenn es um Rassismus geht.“
Auch der hessische SPD-Nachwuchs forderte den Rücktritt von Pentz. „Gebrochenes Deutsch nachzuahmen ist ein bekanntes rassistisches Stilmittel“, sagte Rodan Zeybek, Vorsitzender Jusos Hessen-Süd. Mit Blick auf seine Entschuldigung sagte er: „Das Problem war nicht der Ton, sondern der Inhalt.“ Pentz habe sich nicht im Wort vergriffen, sondern seine Haltung offenbart.
