Friedrich Merz unter Druck

Hendrik Wüst: CDU-Fraktion in NRW lehnt Kanzlertausch ab


16.09.2026 – 15:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst: Der 51-Jährige gilt als potenzieller Nachfolger von Friedrich Merz – bislang hält er dem Bundeskanzler allerdings die Treue.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst: Der 51-Jährige gilt als potenzieller Nachfolger von Friedrich Merz – bislang hält er dem Bundeskanzler allerdings die Treue. (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler/imago)

Hendrik Wüst wird trotz aller demonstrierten Einigkeit als potenzieller Nachfolger von Friedrich Merz genannt. In NRW hofft die Partei, dass der Landeschef nicht nach Berlin wechselt.

Die nordrhein-westfälische CDU-Landtagsfraktion steht einer Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz durch Ministerpräsident Hendrik Wüst skeptisch gegenüber. Das erfuhr die Düsseldorfer Redaktion von t-online aus Parteikreisen. Viele Abgeordnete halten demnach einen Wechsel von Wüst nach Berlin nicht für sinnvoll. Hintergrund sind die im April 2027 anstehenden Landtagswahlen in NRW.

Innerhalb der Partei besteht die Sorge, dass ein Wechsel von Wüst nach Berlin die guten Umfragewerte in Nordrhein-Westfalen sinken lassen könnte. Bei der letzten Umfrage durch Infratest dimap in NRW lag die CDU unter Wüst bei 32 Prozent – das sind zehn Prozent mehr als im Bundestrend. Mittlerweile liegen die Christdemokraten auf Bundesebene nur noch bei 18 Prozent.

Hendrik Wüst: Nachfolge von Friedrich Merz vorerst vom Tisch

In Nordrhein-Westfalen profitiert die CDU nicht nur von den hohen Beliebtheitswerten ihres Ministerpräsidenten, auch die Koalition mit den Grünen verläuft weitestgehend geräuschlos. Die Sorge einiger Abgeordneter: Ein Wechsel von Wüst nach Berlin könnte diese Stabilität wenige Monate vor der Landtagswahl gefährden und einen scheinbar komfortablen Vorsprung der CDU schmelzen lassen.

Ein weiteres Problem wäre die Nachfolge an der Spitze von Nordrhein-Westfalen. Herbert Reul, einer der beliebtesten CDU-Politiker in NRW, ist bereits 74 Jahre alt. Fraglich, ob der Innenminister das Amt übernehmen würde. Bauministerin Ina Scharrenbach hat vielleicht Ambitionen, muss sich allerdings nach Vorwürfen des Machtmissbrauchs in ihrem Ministerium vor einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss verantworten.

Ein weiterer möglicher Kandidat wäre Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei und mit bald 41 Jahren der wohl jüngste Kandidat. Ob er allerdings in wenigen Monaten eine Kampagne aus dem Boden stampfen könnte, bei der die CDU mit weit über 30 Prozent am Wahlsonntag gewinnen würde, ist fraglich. Auch innerhalb der Fraktion biete sich kein „geborener Nachfolger“ an, heißt es aus Parteikreisen.

Friedrich Merz: Ministerpräsidenten stellen sich hinter den Kanzler

Ein unmittelbarer Kanzlertausch scheint ohnehin erst einmal vom Tisch zu sein. Am Mittwoch unterzeichneten alle acht CDU-Ministerpräsidenten ein Schreiben, in dem sie sich hinter den Bundeskanzler stellen. Auffällig: Der Name von Friedrich Merz taucht in dem Schreiben nicht explizit auf.

Neben Wüst waren auch der hessische Ministerpräsident Boris Rhein sowie die CSU-Politiker Markus Söder und Alexander Dobrindt als mögliche Merz-Nachfolger im Gespräch. Zuvor hatte zunächst „Die Zeit“ über einen möglichen Wechsel im Kanzleramt berichtet. Öffentlich wurden die Pläne stets dementiert.

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