Vertrauliche Papiere aufgetaucht
Einstieg bei Panzerbauer KNDS – soviel soll der Bund zahlen
25.06.2026 – 20:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Bund will 40 Prozent am Rüstungskonzern KNDS übernehmen. Doch der Kaufpreis könnte den Wert des Unternehmens wohl übersteigen.
Der Bund muss einem Bericht zufolge bis zu 7,2 Milliarden Euro für den Einstieg beim Panzerhersteller KNDS zahlen. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen, die die Bundesregierung den Haushältern des Bundestages zur Verfügung gestellt hat. Am Freitag soll der Haushaltsausschuss über den Kauf von 40 Prozent der Anteile an dem deutsch-französischen Unternehmen abstimmen.
Das federführende Bundeswirtschaftsministerium hat in den vergangenen Monaten über den Einstieg mit den Eigentümerfamilien verhandelt, die den deutschen Unternehmensteil besitzen. Ihre restlichen Anteile sollen, zusammen mit Anteilen der französischen Seite, im Juli an die Börse gebracht werden. Der Kaufpreis für die 40 Prozent an KNDS ist noch nicht fix. Bund und Eigentümerfamilien haben sich auf „eine Kaufpreisformel für den Erwerb von 40 Prozent der Anteile an KNDS NV geeinigt“, welche auf dem Ausgabepreis der Aktien „zuzüglich eines marktüblichen Paketaufschlags basiert und außerdem die Kursentwicklung der Monate nach IPO berücksichtigt“.
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Ist KNDS überhaupt 7,2 Milliarden Euro wert?
So heißt es in einer vertraulichen Vorlage an die Haushälter, die dem „Spiegel“ vorliegt. Die Parlamentarier dürften sich in der Sondersitzung des Ausschusses dafür interessieren, ob der Kaufpreis gerechtfertigt ist. Dafür finden sie in den geheimen Unterlagen Anhaltspunkte. Einer ist der Wert von KNDS, den die Bundesregierung von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC schätzen ließ. Sie kam dabei dem Bericht zufolge auf einen Unternehmenswert von 13,4 bis 17,4 Milliarden Euro. Das ist weniger als die Einschätzungen, die auf Unternehmensseite kursieren.
Bei einem Firmenwert von 13,4 Milliarden Euro wären die Anteile von 40 Prozent etwas mehr als fünf Milliarden Euro wert, bei einem Firmenwert von 17,4 Milliarden Euro wären es knapp sieben Milliarden Euro. Würde der Staat am Ende 7,2 Milliarden Euro zahlen, wäre das mehr als der von seinem Gutachter veranschlagte Firmenwert.
Kontrovers diskutiert werden könnte auch ein anderer Kostenpunkt, der in der vertraulichen Haushälterunterlage steht. Demnach soll der Deal als sogenanntes Zuweisungsgeschäft über die KfW abgewickelt werden. Für die Beteiligungsverwaltung werden Kosten von 350 Millionen Euro jährlich veranschlagt.
