Hamburger Hafen
Bund stoppt Chinas Expansionspläne an der Elbe
07.10.2026 – 11:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Bundesregierung kappt die Übernahme des Logistikkonzerns Zippel durch einen chinesischen Staatskonzern in Hamburg. Der Grund: sensible Sicherheitsinteressen.
Die Bundesregierung untersagt wegen Sicherheitsbedenken den Verkauf von 80 Prozent der Anteile des Hamburger Logistikunternehmens Zippel an die chinesische Staatsreederei Cosco. Das sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums nach einer Kabinettssitzung.
Es bestehe die Gefahr strategischer Abhängigkeiten, die „im Zuge politischer Verwerfungen als Druckmittel genutzt werden könnten“, hatte das „Handelsblatt“ zuvor unter Hinweis auf die Regierung berichtet.
- Handel: China kritisiert neue EU-Strategie
- Bilanz: Chinas Handelsüberschuss wächst weiter
Zippel gilt als zentrales Unternehmen für die Logistik rund um den Hamburger Hafen. Der Einstieg von Cosco wurde deshalb auch mit Blick auf Sicherheitsinteressen kritisch gesehen. Auch der Verfassungsschutz äußerte Bedenken.
Zippel transportiert Waren per Zug, Schiff und Lastwagen. Dazu gehören Güter, die über die Seehäfen Hamburg und Bremerhaven nach Deutschland kommen. Nach früheren Angaben beschäftigt das Unternehmen rund 350 Menschen.
EU arbeitet an Strategiepapier
Das chinesische Unternehmen Cosco hatte 2023 bereits einen Minderheitsanteil von 24,99 Prozent am Containerterminal Tollerort in Hamburg übernommen. Der vom damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) gebilligte Einstieg sorgte europaweit für Unmut. So mahnten die Niederlande mit dem wichtigen Hafenstandort Rotterdam ein koordiniertes europäisches Vorgehen an. Höchst undiplomatisch hatte sich damals auch der niederländische Botschafter in Berlin in die deutsche Debatte eingeschaltet.
Inzwischen macht auch die EU mobil. „Europäische Häfen locken strategische Investoren an“, heißt es in einem Brüsseler Strategiepapier. Demnach sollen die Mitgliedstaaten den Einstieg strategischer Investoren genauer prüfen. Die Regelung soll in Deutschland für große Seehäfen wie Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg greifen. Ebenso für Binnenhäfen wie Duisburg, zentraler Umschlagplatz für Waren aus Rotterdam, aber auch per Bahn aus China.
