Uraufführung in Hamburg
Theater bringt Wal-Drama um Timmy auf die Bühne
12.07.2026 – 21:36 UhrLesedauer: 1 Min.
Millionen Menschen verfolgten im Frühjahr das Schicksal eines Buckelwals in der Ostsee. Nun hat das Ereignis seinen Weg ins Theater gefunden.
Im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater ist am Samstagabend das Stück „Timmy – die Hope stirbt zuletzt“ uraufgeführt worden. Der Schauspieler Enrique Fiß und Regisseur Alexander Klessinger haben darin die Geschichte des Buckelwals verarbeitet, der im Frühjahr als „Timmy“ oder „Hope“ durch die Medien ging, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Das Stück erzählt die Geschichte des Tiers als moderne Passionsgeschichte.
Die Autoren beschreiben ihr Werk als „ein Abend über einen Wal und über all das, was wir in ihn hineingelesen haben“. Es sei eine „wilde Mischung aus Performance, Konzert, Messe und öffentlicher Selbstbefragung“. Dabei hinterfragten sie nach eigenen Angaben „die Sehnsucht der Menschen nach Bedeutung in einer überreizten Gegenwart“.
Auch Tierärztin Kirsten Tönnies vor Ort
Fiß beschäftigt sich in dem Stück auch mit der Stimmung in den sozialen Medien rund um den Wal. Ihn bewege, wie viel Wut hochgekocht sei, als die einen das Tier sterben lassen wollten und die anderen es um jeden Preis retten wollten. „Am Ende hassen sich alle gegenseitig, dabei war es das Ziel, etwas Positives zu bewirken“, so Fiß.
Der TV- und Theaterschauspieler ist unter anderem aus der Serie „Großstadtrevier“ bekannt. Im Anschluss an die Aufführung diskutierten die Tierärztin Kirsten Tönnies, die bei einem Rettungsversuch vor Ort war, sowie die Tierschutzaktivisten Anna Schubert und Hendrik Haßel. Den Abend beschloss die Berliner Band Tulpe, die mit dem Song „Sprengt den Wal“ einen Hit gelandet hatte.
