152 Meter tief

Das kühle Versteck der Sächsischen Schweiz


18.06.2026 – 19:32 UhrLesedauer: 1 Min.

Hoch über dem Elbtal thront die Festung Königstein (Archivbild): Tief in ihrem Fels liegt der zweittiefste historische Brunnen Deutschlands. (Quelle: IMAGO/Markus Hermenau)

Hinter den Mauern der Festung Königstein wartet ein Raum, in dem selbst an den heißesten Tagen angenehm warm ist.

Bei über 30 Grad am Wochenende strömen viele an Seen oder in überfüllte Freibäder. Die allergrößte Abkühlung wartet tief in der Sächsischen Schweiz: im Brunnenhaus der Festung Königsstein. Thermometer auf gefühlt bis zu 36 Grad – im Brunnenhaus merkt man davon nichts.

Der Brunnen reicht 152,5 Meter senkrecht in den Fels und ist damit der zweittiefste historische Brunnen Deutschlands. Eine so enorme Tiefe, dass das Licht des beleuchteten Schachts nicht bis zum Grund reicht.

Bergleute gruben drei Jahre lang

Kurfürst August ließ den Schacht zwischen 1566 und 1569 in den Fels treiben. Die Arbeit übernahmen Bergleute aus dem Erzgebirge.

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Im 17. Jahrhundert setzte die Festung ein Tretrad mit sieben Metern Durchmesser ein. Vier Männer stiegen darin täglich 28.000 Schritte, um die volle Wassertonne 36 Mal nach oben zu befördern. Eine Nachbildung dieses Rades steht heute im Brunnenhaus. Den restaurierten Elektromotor von 1911 führen Mitarbeiter von April bis Oktober vor.

Festung und Ausstellung sind von April bis Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die S-Bahn fährt bis Königstein, mit dem Auto dauert die Fahrt gut eine halbe Stunde. Ein Shuttle und ein Aufzug bringen Besucher aufs Plateau.

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