Pass komplett dicht
Das Brenner-Chaos kommt am Samstag
Aktualisiert am 29.05.2026 – 08:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Komplettsperrung auf der wichtigsten Nord-Süd-Route: Am Samstag droht am Brenner ein schweres Verkehrschaos. Da auch alle lokalen Ausweichstrecken gesperrt bleiben, warnt der ADAC dringend vor der Fahrt in den Süden.
Aufgrund einer achtstündigen Komplettsperrung droht am kommenden Samstag, dem 30. Mai, ein Verkehrskollaps auf der Brennerroute. Da Demonstranten auch die Bundesstraße B182 blockieren, entfallen lokale Ausweichmöglichkeiten. Der ADAC und der Autobahnbetreiber Asfinag raten daher dringend dazu, diese Route über die Schweiz zu umfahren.
Die Sperrung betrifft eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas und liegt direkt vor beliebten Urlaubsregionen wie dem Gardasee. Die Behörden warnen vor einem „Versorgungsnotstand“ im Stau. Betroffen sind nicht nur die Durchgangsstraßen. Experten erwarten lange Rückstaus auf den Zubringerstraßen in Italien, Österreich und bis weit nach Süddeutschland hinein.
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Brenner-Autobahn am Samstag gesperrt: Urlauber verschieben Fahrt
Zudem verlängert sich das Problem, da viele Reisende wegen der Sperrung ihre Fahrt verschieben: Für den Sonntag wird ebenfalls mit einer massiven Reisewelle in Richtung Süden gerechnet. Nur Radfahrer dürfen den Pass am Samstag passieren.
Siebenmal mehr Verkehr als früher
Hinter der Blockade steht Karl Mühlsteiger, der Bürgermeister von Gries am Brenner. Er begründet den Protest mit der extremen Verkehrsbelastung im Wipptal. Allein im vergangenen Jahr rollten elf Millionen Autos und zweieinhalb Millionen Lastwagen über den Pass – siebenmal mehr als in den 1960er-Jahren.
Mühlsteiger berichtet von Anwohnern, die wegen des permanenten Motorenlärms ihre dreifach verglasten Fenster nicht mehr öffnen können. Im vergangenen Jahr starb zudem ein Lkw-Fahrer im Stau an Herzproblemen, weil die Sanitäter nicht mehr durchkamen. Den Ärger der deutschen Urlauber nimmt der Bürgermeister nach eigenen Angaben in Kauf.
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Widerstand aus Bayern und Südtirol
Die Politik leistet erheblichen Widerstand gegen die Aktion. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter bezeichnete die Sperre als „Knüppel für die Logistik“. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher warnt vor einem wirtschaftlichen „Eigentor“.
Eine dauerhafte Entlastung soll erst der Brenner-Basistunnel bringen. Der 64 Kilometer lange Tunnel wird den Verkehr jedoch erst ab dem Jahr 2032 unter die Erde verlagern. Bis dahin bleibt den betroffenen Anrainergemeinden lediglich ein Trost: der Weiterbau von Lärmschutzwänden auf einer Länge von acht Kilometern.
