Kanzler in der Krise

CDU-Landeschef warnt Union vor Niedergang

15.09.2026 – 16:41 UhrLesedauer: 1 Min.

Heiko Strohmann (Archivbild): Der Bremer CDU-Vorsitzende attestiert seiner Partei einen gefährlichen Abwärtstrend. (Quelle: Focke Strangmann/dpa)

Die schlechten Umfragewerte der CDU lösen in der Partei große Unruhe aus. Nun hat sich Bremens Landeschef mit klaren Worten an den Kanzler gewandt.

Bremens CDU-Landesvorsitzender Heiko Strohmann hat vor der Gefahr eines bundesweiten Absturzes der CDU gewarnt. Was gerade in der Parteienlandschaft in Ostdeutschland geschehe, könne „auch in Duisburg und in Bremen passieren“, sagte er im Deutschlandfunk. An seine Partei und Kanzler Friedrich Merz appellierte er, sich mehr in die Menschen in Ostdeutschland hineinzuversetzen und ihre Belange ernst zu nehmen.

Die CDU Deutschland habe es verpasst, sich um den Osten zu kümmern. Sie blicke auf den Osten „immer noch mit der Brille von Westdeutschland, also dieser rechtsrheinischen, von Konrad Adenauer gegründeten Partei“. Merz sei „eher Symptom als Ursache der Problematik der CDU“, sagte der in Rostock aufgewachsene Bremer CDU-Chef. „Ich möchte ihn eigentlich nur darum bitten, sage ich mal, einfach den Weg zu gehen, auch Menschen mal zu sprechen, die eine andere Lebensperspektive haben.“

Strohmann warnte: „Wenn wir so weitermachen, sehe ich große Probleme, dass wir irgendwann mal in diesem ganzen gesellschaftlichen Prozess, der ja weltweit läuft, (…) untergehen, so wie es konservativen Parteien ja auch in anderen europäischen Ländern ja schon gegangen ist.“ Der Osten sei hinsichtlich der Veränderung der Parteienlandschaft kein Sonderfall, „sondern ehrlicherweise ein Frühindikator für eine Entwicklung, die es längst auch im Westen gibt“.

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