US-Lieferungen verzögern sich

Auf diese Waffen muss Deutschland wohl noch Jahre warten


15.09.2026 – 10:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Tomahawk-Abschuss während des Iran-Kriegs: Die Bestände der Marschflugkörper sollen beim US-Militär gesunken sein. (Archivfoto) (Quelle: U.S Navy/U.S. Navy/imago)

Tomahawk-Marschflugkörper aus den USA sollen die Reichweite der Bundeswehr erhöhen. Doch der Iran-Krieg und Engpässe in der US-Produktion könnten die deutschen Pläne um Jahre verzögern.

Die Bundesregierung muss sich bei der geplanten Beschaffung amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper offenbar auf eine deutlich längere Wartezeit einstellen. Erste Lieferungen werden frühestens 2031 erwartet, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf interne Regierungsunterlagen, die der Partnerpublikation „Politico“ vorliegen.

Ursprünglich wollte Bundeswehr die Waffen bereits 2029 einsetzen können. Doch der Verbrauch im Iran-Krieg und begrenzte Produktionskapazitäten durchkreuzen dem Bericht zufolge diesen Zeitplan. Wann Deutschland die benötigte Menge erhalten könnte, sei derzeit nicht verlässlich abzuschätzen.

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Die Startsysteme könnten teurer werden

Deutschland will neben den Marschflugkörpern sogenannte Typhon-Systeme kaufen. Dabei handelt es sich um mobile Startanlagen, von denen die Tomahawks vom Boden aus abgefeuert werden können. Die US-Marine gibt für die Varianten Block IV und V eine Reichweite von rund 1.600 Kilometern an. Damit ließen sich etwa militärische Anlagen weit hinter der Front angreifen.

Für das Typhon-Paket könnten deutlich höhere Kosten entstehen, wie es im aktuellen Bericht heißt: US-Schätzungen lägen etwa beim Doppelten der von deutscher Seite angesetzten 200 Millionen Euro. Die Marschflugkörper selbst sind in dieser Summe nicht enthalten.

Typhon ist ein mobiles, landgestütztes Startsystem. Die Abschussvorrichtung wird auf einem Anhänger transportiert. (Archivbild) (Quelle: Sgt. Perla Alfaro/DVIDS/dpa/dpa-bilder)

Auch das Genehmigungsverfahren auf amerikanischer Seite sei noch nicht abgeschlossen. Der im Rahmen des US-Programms für Auslandswaffenverkäufe notwendige Genehmigungsprozess des Außenministeriums, der für Ende August erwartet worden sei, stehe weiterhin aus. Die politische Vereinbarung über die Beschaffung hatten Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump im Juli getroffen. Die Bundesregierung bestätigte anschließend, dass Deutschland Tomahawks und die dazugehörigen bodengestützten Typhon-Systeme erwerben will.

Berlin will deutsche Firmen an der Produktion beteiligen

Die Verzögerungen werden kurz vor Gesprächen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Washington bekannt. Er soll am Dienstag seinen US-Amtskollegen Pete Hegseth treffen. Dabei wollen beide Seiten voraussichtlich eine Absichtserklärung unterzeichnen, um die Zusammenarbeit zwischen der deutschen und amerikanischen Rüstungsindustrie auszubauen.

Berlin setzt dem Bericht zufolge darauf, deutsche Unternehmen stärker an der Herstellung und Wartung amerikanischer Waffensysteme zu beteiligen. Bei den Tomahawks geht es unter anderem um mögliche Lizenzen für eine gemeinsame Produktion und darum, deutsche Unternehmen in die Lieferkette einzubinden. Regierungsvertreter beider Länder hätten dies gegenüber „Politico“ bestätigt. Eine konkrete Aufteilung der Produktion sei bislang allerdings nicht vereinbart.

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