Nach Festnahme in Brandenburg

Untersuchungshaft für mutmaßlichen Russland-Spion

23.10.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 1 Min.

Haftvorführung des mutmaßlichen Spions in Karlsruhe: Ein Richter des Bundesgerichtshofs ordnete am Freitag Untersuchungshaft an. (Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa)

Ein am Donnerstag verhafteter Ukrainer wird der Spionage für Russland verdächtigt. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Bundesgerichtshof hat den in Brandenburg festgenommenen mutmaßlichen russischen Spion in Untersuchungshaft genommen. Der Haftbefehl gegen den ukrainischen Staatsangehörigen Vadym J. sei in Vollzug gesetzt worden, teilte der Generalbundesanwalt am Freitag in Karlsruhe mit. Der Beschuldigte steht im dringenden Verdacht, für einen russischen Nachrichtendienst militärisch relevante Informationen gesammelt zu haben.

Den Ermittlern zufolge stand Vadym J. spätestens seit Juli 2025 über einen Mittelsmann in Kontakt mit einem russischen Nachrichtendienst. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine habe er von Deutschland aus Informationen beschafft. Dazu gehörten Erkenntnisse über die Produktion von Panzern, Munition und Explosivstoffen sowie über Personal und militärische Anlagen zur Sicherung der Nato-Ostflanke. Für einige der Informationen habe der Mann gezielt Personen aus der europäischen Rüstungsbranche abgeschöpft.

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Das Verteidigungsministerium erklärte, der Fall zeige die vielfältigen Bedrohungen für Deutschland und die Bundeswehr durch ausländische Nachrichtendienste. Insbesondere die Bundeswehr-Brigade in Litauen sei Ziel nachrichtendienstlicher Angriffe, sagte eine Sprecherin. Zum Schutz der Truppe sei dort zum 1. April eine eigene Stelle des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) eingerichtet worden.

Die Sprecherin betonte, der Schutzauftrag der Bundeswehr beziehe sich auf die Truppe und ihre Liegenschaften, nicht aber auf Rüstungsunternehmen. Ob die betroffenen Firmen gewarnt worden seien, wollte sie nicht sagen. Die Erkenntnisse zu dem Fall gingen ursprünglich auf das Bundesamt für Verfassungsschutz zurück. Mit den weiteren Ermittlungen ist das Bundeskriminalamt beauftragt.

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