Milliardeneinsparungen möglich

Baubeginn für den größten Batteriespeicher des Landes


01.07.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 5 Min.

Batteriespeicher können bei der Stabilisierung des Stromnetzes eine wichtige Rolle spielen. (Archivbild) (Quelle: Andreas Arnold/dpa/dpa-bilder)

Batteriespeicher gelten als essenziell für die Energiewende. Sie können Strom speichern, wenn er gerade nicht gebraucht wird. Davon gibt es immer mehr.

Batterie-Großspeicher sind eigentlich nichts anderes als intelligent gesteuerte Riesen-Akkus. Sie speichern Strom ein, wenn genug da ist, und wieder aus, wenn er gebraucht wird. Ein Geschäftsmodell, mit dem man Geld verdienen kann.

Wie viel Geld, kann man anhand eines Beispiels gut erahnen: Als in der vergangenen Woche die Börsenstrompreise zeitweise auf bis zu 700 Euro pro Megawattstunde kletterten, hätten Speicherbetreiber ihren eingespeicherten Strom zu diesem Preis verkaufen können. Gespeichert wird der Strom dann zu besonders günstigen Zeiten: Wenn zum Beispiel der Strompreis an der Börse bei 0 Euro/MWh liegt.

545 Großspeicher sind in Deutschland schon in Betrieb, sagt die Datenseite Battery-Charts der RWTH Aachen. Ab Mittwoch wird im sachsen-anhaltischen Klostermansfeld ein weiterer gebaut. Es wird der größte Batteriespeicher Deutschlands sein, sagt der Betreiber BW ESS. 2028 soll er in Betrieb genommen werden.

Batteriespeicher für den Stromhandel und die Netzstabilität

Anzahl und Leistung der Batteriespeicher haben in den vergangenen Jahren in Deutschland stark zugenommen. Die Preise für die Technik sind markant gesunken; gleichzeitig ist oft genug Solar- und Windstrom vorhanden, der in den Anlagen gewinnbringend zwischengespeichert werden kann. „Darüber hinaus können Batteriespeicher die Netzstabilität unterstützen“, erklärt Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Die Speicher könnten dazu beitragen, dass Frequenz, Spannung und Leitungsbelastungen innerhalb bestimmter Grenzwerte bleiben.

Um Projekte zu vergleichen, werden oft Kapazität und Leistung genannt. „Die Kapazität einer Batterie gibt an, wie viel Energie sie speichern kann, während ihre Leistung angibt, wie schnell sie Energie ein- und ausspeichern kann“, erklärt das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI).

Der Speicher in Klostermansfeld soll eine Leistung von 1.000 Megawatt haben und bis zu 5.700 Megawattstunden Strom speichern könnten. Rein rechnerisch werde die Anlage rund drei Millionen Haushalte mindestens vier Stunden lang mit Strom versorgen können, so das Unternehmen.

Großbatterien werden immer beliebter

Bereits in Betrieb genommene Speicher liegen aktuell mit ihrer Kapazität deutlich darunter. So kann etwa ein Speicher im schleswig-holsteinischen Bollingstedt laut Battery-Charts 238 Megawattstunden Strom speichern, ein anderer im nordrhein-westfälischen Metelen rund 231 Megawattstunden. Rund 200 Megawattstunden Kapazität hat ein Speicher im nordostbayerischen Arzberg, knapp 102 Megawattstunden Kapazität eine Anlage in Krumpa, ebenfalls Sachsen-Anhalt.

Große Pläne haben aber auch andere Unternehmen, wie etwa Leag und Fluence im brandenburgischen Jänschwalde. Sie wollen dort eine Großbatterie bauen, die 4.000 Megawattstunden speichern kann. Im Ruhrgebiet in Waltrop ist ein Projekt mit einer Kapazität von 1.800 Megawattstunden geplant.

In Klostermansfeld will BW ESS sein Geld vor allem mit dem Stromhandel verdienen. „Für uns bedeutet das konkret, dass wir in der Regel dann laden, wenn zu viel Strom im Netz ist“, sagte der Vorstandschef der Betreiberfirma BW ESS, Erik Strømsø, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dies helfe auch Erzeugern, die zu Tageszeiten Strom produzieren, an denen die Nachfrage nicht ausreiche. „Den geladenen Strom geben wir dann am Abend wieder ab, was wiederum dazu beiträgt, die Preise für die Verbraucher zu senken.“

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