Ständiger Harndrang

Blasenentzündung oder Reizblase: So erkennen Sie den Unterschied


Aktualisiert am 14.05.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 3 Min.

Beschwerden durch eine Reizblase oder eine Blasenentzündung können den Alltag stark belasten. (Quelle: M-Production/getty-images-bilder)

Häufiger, plötzlicher Harndrang: nur eine Blasenentzündung oder schon eine Reizblase? Unterschiede und Symptome der Blasenbeschwerden im Überblick.

Starker, häufiger Harndrang bei nur geringen Mengen Urin und Schmerzen beim Wasserlassen – viele denken bei diesen Symptomen zuerst an eine Blasenentzündung. Doch manchmal steckt eine Reizblase hinter den Beschwerden. Wie sich eine Blasenentzündung von einer Reizblase unterscheidet.

Blasenentzündung und Reizblase: ähnliche Symptome, unterschiedliche Erkrankungen

Die Blasenentzündung (Zystitis) und die Reizblase (überaktive Blase) sind zwei häufige Erkrankungen. Besonders Frauen sind betroffen. Da sich die Symptome ähneln, ist es oft nicht einfach, beide Blasenbeschwerden voneinander zu unterscheiden. Sowohl die Blasenentzündung als auch die Reizblase zeigt sich unter anderem durch:

  • häufigen, plötzlich einsetzenden Harndrang
  • geringe Harnmengen auf der Toilette
  • Druckgefühl und unter Umständen Schmerzen beim Wasserlassen
  • Nachträufeln beim Wasserlassen
  • krampfartige Schmerzen rund um Blase und Unterleib
  • gegebenenfalls unerwünschten Harnabgang (Dranginkontinenz)

Ursache einer Blasenentzündung: Entzündung durch Bakterien

Eine Blasenentzündung und eine Reizblase haben unterschiedliche Ursachen. Die Blasenentzündung ist eine bakterielle Entzündung der Schleimhaut der Blase aufgrund von Bakterien, meist Escherichia coli. Diese können beispielsweise beim Geschlechtsverkehr über die Analregion zur Harnröhre gelangen und über die Harnröhre in die Blase aufsteigen. Dort vermehren sie sich.

Symptome wie häufiger und intensiver Harndrang sowie die stechenden Schmerzen und das Brennen sind die Folge des bakteriell bedingten Entzündungsprozesses. Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt nach etwa einer Woche wieder ab. Etwa 10 von 100 Frauen bekommen mindestens einmal im Jahr eine Blasenentzündung.

Ursache einer Reizblase: überaktive Blasenmuskulatur

Auch die Reizblase ist keine Seltenheit. Angaben der Deutschen Kontinenz Gesellschaft zufolge geht die Zahl der von einer überaktiven Blase Betroffenen in die Millionen. Viele müssen pro Tag und Nacht bis zu 20-mal auf die Toilette. Die Ursache der Reizblase, auch Syndrom der überaktiven Blase genannt, ist eine Störung der Blasenfunktion. Man geht davon aus, dass bei den Betroffenen die Blasenmuskelaktivität zu stark ausgeprägt ist. Die Blase zieht sich zusammen und sendet das Signal „voll“, obwohl der entsprechende Füllstand noch nicht erreicht ist. Die Reizblase ist chronisch.

Ursachen der Reizblase: Diese Risikofaktoren begünstigen die überaktive Blase

Es gibt Risikofaktoren, welche die Entstehung der Reizblase begünstigen oder deren Symptome verstärken können. Der Deutschen Kontinenz Gesellschaft zufolge sind das:

  • hormonelle Veränderungen bei Frauen, etwa Östrogenmangel in den Wechseljahren
  • altersbedingte Harnwegveränderungen
  • Übergewicht oder Schwangerschaft und ein daraus resultierender verstärkter Druck auf die Blase
  • chronische Verstopfung
  • Blasensteine
  • neurologische Erkrankungen wie Parkinson
  • Gebärmuttersenkung bei der Frau
  • Prostatavergrößerung beim Mann
  • anhaltender Stress und psychische Belastung

Unterschiede zwischen einer Blasenentzündung und einer Reizblase

Auch wenn die Symptome ähnlich sind, so sind die Ursachen einer Blasenentzündung und einer Reizblase verschieden. Die Blasenentzündung ist in bis zu 90 Prozent der Fälle auf eine Entzündung der Blasenschleimhaut aufgrund von Escherichia-coli-Bakterien zurückzuführen. Der Auslöser der Reizblase liegt in der Blasenmuskelaktivität beziehungsweise in einer falschen Signalgebung. Der Harndrang bei einer Reizblase kann so stark werden, dass Betroffene den Harn nicht mehr halten können und dieser schwallartig abgeht (Dranginkontinenz). Wichtig zu wissen: Auch häufige Blasenentzündungen können unter Umständen eine Reizblase begünstigen.

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