Am Comer See

Wer hier Badekleidung trägt, muss eine Strafe zahlen


09.07.2026 – 07:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Varenna am Comer See: Der Ort greift gegen Touristen durch. (Quelle: IMAGO/Mockford & Bonetti/imago)

Wer in Varenna am Comer See mit freiem Oberkörper oder im Badeanzug durch die Gassen schlendert, riskiert künftig ein saftiges Bußgeld. Die Gemeinde zieht damit eine klare Grenze.

Der Comer See gilt als gehobenes Urlaubsziel. Stars wie George Clooney haben an dem malerischen See Häuser, andere Promis machen hier gerne Urlaub. Von Party- oder Sauftourismus keine Spur. Trotzdem gibt es Touristen, deren Verhaltensweisen den Anwohnern der malerischen Orte entlang des Sees sauer aufstoßen.

Die rund 650 Einwohner des kleinen Dorfes Varenna haben jetzt genug: Die Gemeinde hat neue Regeln eingeführt, die das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Touristen wieder erträglicher machen sollen. Wer in dem Ort mit freiem Oberkörper oder im Badeanzug durch die Straßen läuft, muss künftig mit einem Bußgeld zwischen 50 und 200 Euro rechnen.

  • Probleme mit Abwasser: Kanaren-Strand wegen Fäkalbakterien gesperrt
  • Italien: Streit über mitgebrachtes Essen am Strand

Badekleidung ist ausschließlich am Seeufer oder auf Bootsausflügen auf dem Comer See erlaubt – nicht aber beim Bummeln durch den Ort, beim Einkaufen oder beim Besuch von Restaurants und Kirchen.

Einheimische begrüßen die neuen Regeln

Bürgermeister Mauro Manzoni begründet die Maßnahme laut der britischen Zeitung „Guardian“ deutlich: „Varenna ist ein wunderschönes Dorf, und wir sind stolz darauf, jedes Jahr Hunderttausende Besucher aus aller Welt willkommen zu heißen. Die Lebensqualität unserer Einwohner darf jedoch nicht auf dem Altar des Massentourismus geopfert werden.“

Die Reaktionen der Einheimischen fallen positiv aus. „Am Strand kann man machen, was man will – aber wenn man durch den Ort läuft und in Läden, Restaurants, Kirchen oder auf dem Platz ist, muss man sich anständig kleiden“, sagte ein Ladenbesitzer dem italienischen Sender TGCom24. Ein anderer ergänzte: „Es war höchste Zeit. Das ist eine vernünftige Maßnahme. Das Wichtigste ist jetzt, dass sie auch durchgesetzt wird.“

Neben dem Bekleidungsgebot hat Varenna noch weitere Einschränkungen eingeführt:

  • Reisegruppen dürfen maximal 25 Personen umfassen
  • Gruppen dürfen die engen Kopfsteinpflastergassen nicht blockieren
  • Reiseleiter dürfen keine Lautsprecher mehr verwenden

Kein Einzelfall in Italien

Varenna ist nicht das erste italienische Urlaubsziel, das solche Maßnahmen ergreift. Bereits 2022 verhängte der damalige Bürgermeister von Sorrent hohe Bußgelder, nachdem er das Herumlaufen in Badekleidung als „weit verbreitetes unanständiges Verhalten“ bezeichnet hatte, das dem Image der Stadt schade. Im ligurischen Küstenort Portofino wurden 2023 Selfies verboten und bestimmte Bereiche zu sogenannten „No-Waiting-Zonen“ erklärt, um Touristen davon abzuhalten, sich zu lange an einem Ort aufzuhalten.

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