Gegenwind für Infantino
BFV-Chef fordert Rücktritt von Fifa-Boss
09.08.2026 – 11:17 UhrLesedauer: 1 Min.
Fifa-Boss Gianni Infantino stoppt seine umstrittenen Privatisierungspläne unter Druck – doch für einen deutschen Verbandsfunktionär reicht das nicht. Er verlangt einen personellen Neuanfang.
Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, hat den Rücktritt von Fifa-Chef Gianni Infantino gefordert. „Ja, absolut. Es sollte eine personelle Neuaufstellung an der Fifa-Spitze geben“, antwortete Schultz dem „Tagesspiegel“ auf die Frage, ob Infantino seinen Posten räumen soll. Zugleich betonte Schultz, dass ein koordiniertes Vorgehen nötig sei. „Allein gegen Infantino loszurennen – das bringt gar nichts“, erklärte er.
Schultz warf Infantino eine autokratische Amtsführung vor: „Er trifft Entscheidungen aus Eigeninteresse und übergeht Gremien innerhalb des Verbands“, sagte Schultz. Als Beispiel nannte er das Krisentreffen in Rabat. Infantino habe sich dort nur mit seinen direkten Angestellten beraten. „Besser wäre es aber gewesen, er hätte sich mit dem Fifa-Rat besprochen, in dem die Verbandschefs der Kontinentalverbände sitzen – aus diesen kommt schließlich auch Gegenwind“, so Schultz.
Infantino scheitert mit FIFA-Vorhaben
Hintergrund der Debatte ist Infantinos gescheiterter Versuch, Anteile an Fifa-Turnieren an private Investoren zu verkaufen. Unter dem Druck vor allem der Europäischen Fußball-Union Uefa zog er die Pläne nach wenigen Tagen zurück.
Zur Nachfolgediskussion äußerte sich Schultz ebenfalls. Infantinos Vorgänger Joseph Blatter hatte die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness als mögliche Nachfolgerin ins Gespräch gebracht. Schultz begrüßte diesen Vorschlag grundsätzlich, mahnte aber: „Die Frage ist, ob das Gros der Mitgliedsverbände das auch so sieht. Es müsste ein Kandidat oder eine Kandidatin gefunden werden, der oder die die besten Chancen hätte.“
