Folgen für den Güterverkehr

Dramatische Prognose: Rheinpegel könnte weiter fallen


09.08.2026 – 07:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Niedrigwasser im Rhein bei Köln: Die Binnenschifffahrt ist stark eingeschränkt, nur wenige Schiffe fahren, dann mit stark reduzierter Ladung. (Quelle: IMAGO/Jochen Tack/imago)

Der Rhein führt in Köln extrem wenig Wasser. Die Prognose zeigt für die kommenden Tage weiter nach unten – und das hat bereits Folgen für den Güterverkehr.

Der Rheinpegel in Köln bleibt auf außergewöhnlich niedrigem Niveau. Am Sonntagmorgen, 9. August, lag der Wasserstand am Pegel Köln bei rund 62 Zentimetern, wie aus den Daten des Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS) hervorgeht. Damit befindet sich der Rhein weiterhin deutlich unter dem bisherigen historischen Vergleichswert.

Schon in den Tagen zuvor war der Pegel stark gefallen. Am Freitagabend, 7. August, wurden zeitweise nur 59 Zentimeter gemessen. Am Samstagmorgen lag der Wert bei rund 60 Zentimetern.

  • Viel niedriger als erwartet: Rheinpegel bei Köln rauscht auf neues Rekordtief ab
  • Niedriger Rheinpegel in Köln: So tief ist der Fluss noch wirklich

Rheinpegel in Köln könnte weiter fallen

Bereits am Montag soll der Wasserstand weiter zurückgehen. Je nach Tageszeit werden Werte zwischen etwa 57 und 60 Zentimetern erwartet. Am Dienstag könnte der Pegel noch weiter sinken. Für den Morgen werden zunächst rund 56 bis 57 Zentimeter prognostiziert, im Tagesverlauf sind sogar nur noch 54 Zentimeter möglich.

Für Mittwochmorgen zeigen die Berechnungen derzeit sogar Werte von rund 52 bis 53 Zentimetern. Dabei gilt allerdings: Je weiter die Prognose in die Zukunft reicht, desto größer ist die Unsicherheit.

Der Blick auf die historischen Daten zeigt, wie außergewöhnlich die derzeitige Lage ist. Als niedrigsten bekannten Wasserstand führt ELWIS für den Pegel Köln weiterhin 69 Zentimeter vom 23. Oktober 2018. Diese Marke haben die aktuellen Messungen jedoch bereits unterschritten.

  • Weltrekordversuch: Extrem-Schwimmerin nimmt Kurs auf Köln
  • In der Nähe von Köln: Trockenheit legt seltene Zeitzeugen am Rheinufer frei

Rhein: Niedrigwasser hat Folgen für die Schifffahrt

Das Niedrigwasser macht sich längst nicht mehr nur am Kölner Rheinufer bemerkbar. Es beeinträchtigt auch den Güterverkehr auf dem Fluss. Viele Frachtschiffe können derzeit nur noch einen Teil ihrer üblichen Ladung transportieren, weil bei niedrigen Wasserständen weniger Tiefgang zur Verfügung steht.

Nordrhein-Westfalen hat deshalb gemeinsam mit weiteren Bundesländern das Fahrverbot für bestimmte Lastwagen an Sonn- und Feiertagen vorübergehend gelockert. Damit sollen Güter, die wegen des Niedrigwassers nicht oder nur eingeschränkt mit dem Schiff transportiert werden können, leichter auf die Straße verlagert werden.

Hintergrund sind zunehmende Sorgen um die Warenströme auf wichtigen Wasserstraßen. Bei einem Spitzentreffen mit Wirtschaftsverbänden und Unternehmen in Bonn hatte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) zuvor Sofortmaßnahmen angekündigt, um Lieferketten unter anderem auf dem Rhein aufrechtzuerhalten.

Share.
Die mobile Version verlassen