Auf 2.300 Metern Höhe
Eltern lassen Kinder in den Bergen zurück
19.10.2026 – 15:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Familie mit zwei 13 und 16 Jahre alten Söhnen startet zu einer Tour. Die Eltern machen kehrt – und die Jungen finden sich in mehr als 2.300 Metern Höhe vor einer verschlossenen Hütte wieder.
In Südtirol hat die Bergwacht mitten in der Nacht ein deutsches Bruderpaar gerettet, das in mehr als 2.300 Metern Höhe allein an einer geschlossenen Hütte gestrandet war. Die beiden 13 und 16 Jahre alten Jungen waren nach Angaben der Bergrettung mit den Eltern von Toblach aus zu einer Tour gestartet. Die Eltern seien jedoch nach einigen Stunden umgekehrt und hätten die Kinder allein weitergehen lassen. Gegen 1 Uhr ging demnach ein Notruf ein, weil die Jungen allein vor der Bonnerhütte standen, die ihren Betrieb bereits eingestellt hatte. Die Bergwacht brachte die beiden ins Krankenhaus.
Ein Sprecher der Bergrettung Pustertal berichtete der Deutschen Presse-Agentur, dass die Jungen nach einem Aufstieg von mehr als 1.000 Höhenmetern wegen der Kälte in dieser Höhe erheblich unterkühlt gewesen seien. Einer von ihnen habe sich erbrechen müssen. Inzwischen hätten sie das Krankenhaus wieder verlassen.
Hütte schon seit einer Woche geschlossen
Nach einem Bericht der Tageszeitung „Dolomiten“ hatten die beiden bei der Tour, die am Samstag begonnen hatte, zwar Bergschuhe an, trugen aber keine geeignete Kleidung. Die Eltern hätten der Übernachtung auf der Hütte zugestimmt, da sie ihre Kinder für erfahren genug hielten. Offensichtlich wurden aber die Öffnungszeiten nicht geprüft.
Die Bonnerhütte ist seit mehr als einer Woche geschlossen. Sie wurde 1897 von der Alpenvereinssektion Bonn als Schutzhütte erbaut. Zur Herkunft der Familie machte die Bergwacht keine näheren Angaben. Der Sprecher der Bergrettung sprach von großem Leichtsinn. Er fügte hinzu: „Glücklicherweise kommt so etwas nur selten vor.“
