Deutscher reagiert auf Medaillengewinn

„So viel Enttäuschung habe ich seit langem nicht verspürt“


17.08.2026 – 21:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Karl Bebendorf (l.) neben Frederik Ruppert: Das deutsche Duo sahnte jeweils ein Edelmetall ab. (Quelle: Petr David Josek)

Bei der EM sichert sich Karl Bebendorf die Bronzemedaille. Einen Tag danach gibt er einen Einblick in seine Gefühlswelt.

Der deutsche Hindernisläufer Karl Bebendorf hat seinen Medaillengewinn bei der Leichtathletik-EM mit etwas Abstand eingeordnet – und dafür bittere Worte gewählt. „Ich bin ehrlich mit euch: So viel Enttäuschung habe ich seit langem nicht verspürt“, schrieb der 30-Jährige bei Instagram. Am Sonntag hatte er noch Bronze beim 3.000-Meter-Hindernislauf gewonnen. Nur Teamkollege Frederik Ruppert (Gold) und der Luxemburger Ruben Querinjean (Silber) waren schneller.

„Ein Jahr harte Arbeit. Opfer, von denen ich früher nicht mal wusste, dass es sie gibt. Eine Vorbereitung, die nahezu perfekt lief“, schrieb Bebendorf weiter. Alles sei auf diesen einen Tag ausgerichtet gewesen. „Und am Ende steht ein Ergebnis, das das nicht widerspiegelt.“

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Ein Platz auf dem Podest, wie schon beim Bronzegewinn vor zwei Jahren in Rom, genügt Bebendorf nicht mehr: „Meine Ambitionen haben sich verändert. Ich bin nicht mehr da, um dabei zu sein oder auf der Stelle stehenzubleiben“, hieß es weiter. Der Sportler stehe morgens auf, „um der Beste zu sein. Nicht, um um Bronze zu laufen“.

An seinen eigenen Fähigkeiten zweifelt er trotz der Enttäuschung nicht: Mein Körper ist in der Verfassung, Großes zu erreichen. Ich spüre das in jeder Einheit. Was mir bleibt, ist Bronze und ein Feuer, das größer ist als vorher.“

Rein sportlich war Bebendorf mit Rückenwind nach Birmingham gestartet. Mit seiner Saisonbestzeit von 8:05,55 Minuten war er vor der EM auf Rang zwei der europäischen Jahresbestenliste geführt worden – direkt hinter Ruppert. Entsprechend hoch waren seine Erwartungen an das Finale. Aber: Die Saison sei noch lange nicht vorbei, so Bebendorf. Seine Botschaft: „Der Tag wird kommen. Versprochen“, schloss er sein Statement.

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