350 Jobs betroffen
Varta schließt Werk in Deutschland
Aktualisiert am 19.05.2026 – 16:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Varta gibt sein Werk in Bayern auf. Ein namhafter Kunde springt ab. Der Weltmarktführer lässt künftig in einem anderen Land produzieren.
Der Arbeitsplatzabbau in der deutschen Industrie dauert an. Der führende Batteriehersteller Varta schließt zum Herbst seine Fabrik im bayrischen Nördlingen. Ein Großkunde, der für fast 100-prozentige Auslastung des Standorts gesorgt habe, kaufe künftig keine Knopfbatterien von Varta mehr, teilte das Unternehmen mit. Damit sei dem Werk die Existenzgrundlage entzogen. Rund 350 Menschen verlieren damit ihren Job. Bei dem Kunden soll es sich laut Medienberichten um Apple handeln. Varta mochte dies nicht bestätigen. Varta fertigt in dem Werk fast ausschließlich Knopfzellen für Airpods von Apple.
Die Belegschaft wurde nach einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ am Dienstagvormittag über die Schließung informiert. Zugleich ist ein Werksneubau von Varta in Löpsingen fraglich. „Die Nachrichten über mögliche Einschnitte und Veränderungen am Standort erfüllen uns mit großer Sorge“, teilte die Stadt mit.
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In der Mitteilung der bayrischen Kommune heißt es weiter: „Varta ist ein großer Arbeitgeber für die gesamte Region. Umso bedauerlicher sind die nun bekannt gewordenen Entwicklungen – insbesondere für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Familien, die von der aktuellen Situation unmittelbar betroffen sind.“
Apple will seine neuen Batterien nun aus China beziehen. Man habe zwar in den vergangenen Monaten neue Kunden gewinnen können, hieß es von Varta. „Doch damit lässt sich die Produktion in Nördlingen nicht ansatzweise auslasten“, sagte Unternehmenschef Michael Ostermann der „Wirtschaftswoche“.
Batterie-Hersteller schließt Werk: Varta in der Krise
Varta mit Sitz im schwäbischen Ellwangen war zuletzt in die Krise geraten. Um die Pleite zu verhindern, hatte das Unternehmen im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes angemeldet. Dieses soll kriselnden Unternehmen ein Insolvenzverfahren ersparen. In diesem Zuge wurden auch die Altaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt. Die monatelange Neuaufstellung des Batterieherstellers sei abgeschlossen, hatte Varta Anfang April vergangenen Jahres mitgeteilt.
2024 schrieb Varta erneut rote Zahlen. Allerdings fiel der Verlust mit einem Minus von 64,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer aus.
