Finanzaufsicht macht Druck

„Unverzüglich“: Goldhändler muss Anlegern Geld zurückzahlen


30.06.2026 – 06:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Goldbarren: Ein Händler muss sein Geschäft abwickeln. (Quelle: IMAGO / Newscast/imago)

Die Bafin erhöht den Druck gegen die mit ihrem Gold-Rabattmodell in die Schlagzeilen geratene TGI AG. Diese muss ihr Geschäft abwickeln und investiertes Geld zurückzahlen.

Goldkauf mit Rabatt, dafür mit Wartezeit: Das umstrittene Geschäftsmodell des Goldhändlers TGI hat erneut die deutsche Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. Das liechtensteinische Unternehmen habe über sein Produkt „Sales Premium“ ein sogenanntes Einlagengeschäft betrieben, ohne die dafür notwendige Erlaubnis zu besitzen. Dieses sei sofort einzustellen und unverzüglich abzuwickeln, schreibt die Bafin. Das heißt für betroffene Anleger: TGI muss ihnen das investierte Geld „unverzüglich“ zurückzahlen.

Das Unternehmen versprach seinen Kunden deutliche Rabatte bei Goldkauf. Je länger sie mit der Auslieferung des physischen Golds warteten, desto günstiger wurde das Gold. Kunden konnten so Gold mit einem Preisnachlass von bis zu 72 Prozent erwerben.

Bafin untersagt Vertrieb

Mittlerweile wird das entsprechende Produkt für Kunden in Deutschland nicht mehr angeboten. Im April hatte die Bafin dem Goldhändler mit Sitz in Vaduz (Liechtenstein) den Vertrieb bestimmter Angebote in Deutschland untersagt. Derzeit wirbt TGI nur noch mit einem Rabatt in Höhe von sieben Prozent – dafür müssen Kunden im Gegenzug bis zu acht Wochen auf das georderte Gold warten. Laut TGI kommt das Unternehmen auf 50.000 Kunden. Angeworben wurden diese auch mithilfe prominenter Gesichter.

So äußerte sich etwa Comedian Oliver Pocher in Videos in den sozialen Netzwerken wohlwollend über das Angebot. Das ehemalige Topmodel Naomi Campbell legte bei einer von der TGI AG organisierten Veranstaltung in Wien als DJane auf.

Seinen Kunden habe man bislang über 100 Millionen Euro an Rabatten ausgezahlt, verkündet TGI stolz auf seiner Webseite. Wie die Rabatte finanziert werden, bleibt allerdings unerwähnt.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Auch anderswo ist das Unternehmen ins Visier der Behörden gerückt. In Liechtenstein ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Geldwäsche, schweren Betrugs und Verstößen gegen das Bankengesetz. Anfang Juni durchsuchte die Staatsanwaltschaft die unterhalb des Liechtensteiner Fürstenschlosses gelegene Firmenzentrale. TGI weist die erhobenen Vorwürfe entschieden zurück und betont, dass für alle Beteiligten uneingeschränkt die Unschuldsvermutung gelte.

Hinter TGI steht das Ehepaar Helmut und Katharina Kaltenegger. In Österreich genießt das Paar durch die Reality-TV-Serie „Die Kalteneggers – eine Familie wie ein Goldrausch“ große Bekanntheit. Mittlerweile hat der Fernsehsender Puls4 die Sendung jedoch aus seiner Online-Mediathek entfernt.

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