Stefan Wimmer
Autor rechnet mit seiner Heimatstadt ab – und nennt Gründe
09.06.2026 – 06:19 UhrLesedauer: 1 Min.
Stefan Wimmer gilt als einer der unbequemsten Autoren Münchens. Über seine Heimatstadt findet er Worte, die wehtun – und nennt einen pikanten Vergleich.
Der Münchner Schriftsteller Stefan Wimmer hat seiner Heimatstadt ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Im Interview mit der Münchner Boulevardzeitung „tz“ sagt er: „München ist ganz schön den Bach runtergegangen in den letzten 15 Jahren, in Bezug auf Lebensqualität, Essensqualität, Menschenqualität.“
Wimmer, der viel Zeit in Mexiko Stadt verbringt, macht die Verschlechterung auch an persönlichen Erlebnissen fest: „In meinem Viertel bin ich jetzt sechsmal dumm angemacht worden.“ Gleichzeitig hält er an seiner Heimatstadt fest: „Zumindest bin ich froh, in München meine Jugend verbracht zu haben. Und wenn ich drei Weißbier-Bock im Tal intus habe, sehe ich die Dinge wieder positiver.“
Wimmer lebt seit Jahren zwischen München und Mexiko Stadt
Den Niedergang macht er auch am Buchmarkt fest. Buchhandlungen gingen „reihenweise bankrott“, das Lesen habe seinen gesellschaftlichen Stellenwert verloren: „Bücher zu lesen, war in Deutschland früher mal ein Zeichen von Sexyness, Coolness und Stil. Dieser Markenkern ist mit dem Smartphone völlig futsch gegangen.“ Besonders pikant: Den Vergleich scheut Wimmer nicht – selbst in Mexiko City prägten wesentlich mehr Menschen mit Büchern in der Hand das Stadtbild als in Deutschland.
Wimmer lebt seit Jahren zwischen München und der mexikanischen Hauptstadt. Was ihn dort hält: „Die Menschen in Mexiko sind unglaublich liebenswürdig, aber wenn man ihnen blöd kommt, können sie sehr leicht explodieren. Das gefällt mir.“
