Ende für Thüringer Werk

Traditionsfirma stellt nach 90 Jahren die Produktion ein


Aktualisiert am 02.11.2026 – 13:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Artas-Taschenlampe (links) im Berliner DDR-Museum: Die blaue Stablampe gehörte für viele Haushalte zum Inventar. (Quelle: Bernd Friedel/imago-images-bilder)

Fast jeder DDR-Haushalt hatte eine Artas-Taschenlampe. Jetzt hat das Werk in Thüringen die Produktion beendet.

Artas hat die Nazizeit, die DDR, die Wende und die Treuhand überstanden. Doch gegen Billigware aus China hatte das Werk am Ende keine Chance mehr. Ende Oktober hat das Taschenlampenwerk in Arnstadt seine Fertigung eingestellt, wie Geschäftsführer Gunnar Schlamann dem MDR sagte. Derzeit werden die letzten Pakete verschickt. Vier Beschäftigte verlieren ihre Arbeit.

Neben dem Preisdruck durch Konkurrenz aus China nannte Schlamann stark gestiegene Containerpreise und gestörte Lieferketten als Gründe. Zusammen hätten diese Faktoren dem kleinen Betrieb zu sehr geschadet. Was nun mit dem Unternehmen passiert, ist noch nicht entschieden. Eine Liquidation, also die Abwicklung der Firma, sei wahrscheinlich, aber noch nicht sicher, sagte Schlamann.

Seit 1936 Lampen aus Arnstadt

Laut eigenen Angaben stellt das Werk in der Stadt rund 20 Kilometer südlich von Erfurt seit 1936 Taschenlampen und andere Leuchten her. In der DDR war Artas der einzige Taschenlampenhersteller. Der Name ist eine Abkürzung für „Arnstädter Taschenlampenwerk“. 1978 kam der Betrieb zum Leuchtmittel-Kombinat Narva. Die blaue Stablampe aus Blech lag in vielen Handschuhfächern, Werkzeugkisten und Kellern im Osten Deutschlands.

Nach der Wende überlebte das Werk, anders als viele andere DDR-Betriebe. 1993 wurde es privatisiert und hielt sich danach mehr als 30 Jahre am Markt.

Wärmelampen für Ferkel und Leuchtstäbe für die Polizei

Mit der klassischen Taschenlampe allein kam Artas zuletzt nicht mehr aus. Die Firma baute auch LED-Handleuchten und Signalleuchten für Busunternehmen, Bahnen und Logistiker. Dazu kamen LED-Stäbe zur Verkehrsregelung, die nur an Polizei und Militär gingen.

Eine große Rolle spielten zudem Infrarot-Wärmestrahler für die Tieraufzucht. Landwirte, Zoos und Zuchtbetriebe in Deutschland und Europa kauften sie. Für Großbritannien und Irland, die Schweiz und Skandinavien gab es eigene Ausführungen.

Share.
Die mobile Version verlassen