Allianz gegen Xi, Putin und Trump

Diese Staaten könnten entscheidend werden


29.10.2026 – 13:10 UhrLesedauer: 4 Min.

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Bundeskanzler Friedrich Merz (l.) und Lee Jae Myung, Präsident der Republik Korea. Deutschland und die EU wollen ihre Partnerschaften ausbauen. (Quelle: Kay Nietfeld)

Alte Bündnisse stehen unter Druck, neue Partner gewinnen an Bedeutung. Warum Deutschland und die EU jetzt auf die sogenannten Mittelmächte setzen.

Die Beziehung zwischen Deutschland und den USA hat sich abgekühlt, Russland wirbt in afrikanischen Ländern um Verbündete: Die außenpolitischen Bündnisse haben sich verändert. Der Multilateralismus, also die Zusammenarbeit verschiedener Staaten in Wirtschaft und Außenpolitik, ordnet sich neu. Middle Powers, also Mittelmächte, können dabei eine entscheidende Rolle spielen. Das weiß auch die EU, und so bemüht sie sich um neue Partnerschaften in bislang weniger beachteten Regionen der Welt.

Wer diese Partner sein könnten und was sie für Deutschland bedeuten – t-online gibt einen Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was sind Mittelmächte?

Die Mittleren Mächte, sind, je nach Definition, etwa zwölf Staaten, die eine starke wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben, Stabilität und Sicherheit betonen, und nach strategischer Autonomie streben. Sie sind über die Kontinente verteilt und in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedlich. Nicht alle dieser Länder haben eine Regimestabilität wie es etwa Nato-Staaten vorweisen und auch die Einhaltung des Völkerrechts ist nicht immer Priorität.

Bekannte Beispiele für Mittelmächte sind nach Einstufung des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) neben Mexiko und Australien, auch die Türkei und Israel.

Mittlere Mächte sitzen nicht wie die Großmächte, also etwa China, Frankreich, Russland, das Vereinigte Königreich und die USA, permanent im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Doch auch die Mittelmächte üben Einfluss auf die globale Politik aus. Sie haben oft erhebliches diplomatisches, ökonomisches und manchmal militärisches Gewicht.

Der Einfluss der Mittelmächte wäre allein durch ihre Anzahl groß. Würden sie zusammen agieren, hätten sie mehr Einfluss als die EU.

Warum bemüht sich die EU um Kanada?

In Montreal trafen am Mittwoch die Spitzen der EU mit führenden Politikern aus Kanada zusammen. Auch dieser zweitägige Gipfel steht ganz unter dem Stern einer engeren Zusammenarbeit der Mittelmächte. Zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sogar eine assoziierte EU-Partnerschaft angesprochen, was sich jedoch nicht durchsetzen ließ.

Dennoch will die EU Kanada immer enger an sich anbinden. Kanada besitzt Rohstoffe, die die Unabhängigkeit von China und Russland vorantreiben könnten. Kanadas Demokratie und Justizsystem sind stabil und denen der EU-Staaten ähnlich.

Im gemeinsamen Freihandelsabkommen CETA arbeitet die EU bereits zehn Jahre lang beinahe zollfrei mit Kanada zusammen.

Ursula von der Leyen (l.) und Mark Carney (Archivbild): Die EU-Kommissionspräsidentin hatte die „assoziierte Mitgliedschaft“ Kanadas auf den Weg bringen wollen. (Quelle: IMAGO/European Union)
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