Historienserie
„Charité“ kehrt ins 19. Jahrhundert zurück
09.10.2026 – 04:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Die ARD-Erfolgsserie bekommt eine neue Staffel – und eine neue Epoche. Dieses Mal steht eine Seuche im Mittelpunkt, die Berlin einst in Angst versetzte.
Die ARD hat eine fünfte Staffel der Erfolgsserie „Charité“ angekündigt. Sie soll ab dem 18. Dezember in der Mediathek abrufbar sein, die TV-Ausstrahlung ist voraussichtlich ab dem 22. Dezember geplant. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur.
Die neue Staffel spielt im Berlin des Jahres 1831. Im Mittelpunkt steht der junge Unterarzt Overath, der in Wirklichkeit eine Frau ist. Als ihr früherer Verlobter als Arzt in der Charité zu arbeiten beginnt, droht die Tarnung aufzufliegen. Den Hintergrund bildet der Ausbruch der Cholera in der Stadt. Laut ARD dreht sich die Handlung um die Frage, wie die Krankheit aufgehalten und geheilt werden kann. Auch der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel soll damals an der Cholera gestorben sein.
Zur Besetzung der Ufa-Produktion gehören Marlene Burow, Philip Froissant, Idan Weiss, Jan Krauter, Anna Schudt, Dominic Raacke und Harald Krassnitzer. Gedreht wurde im Frühjahr in und um Prag. Regie führte Alexander Dierbach, bekannt durch die Serie „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“.
Die Cholera ist eine hochansteckende Durchfallerkrankung, ausgelöst durch das Bakterium Vibrio cholerae, das im Darm ein Gift bildet. Sie überträgt sich vor allem über Trinkwasser, das mit Fäkalien oder Erbrochenem Kranker verunreinigt ist, sowie über belastete Lebensmittel. In schweren Fällen kann der Verlust von Flüssigkeit und Salzen innerhalb weniger Stunden tödlich enden. Die wichtigste Gegenmaßnahme ist die schnelle Versorgung der Erkrankten mit Flüssigkeit und Elektrolyten.
Im 19. Jahrhundert breitete sich die Cholera vom Ganges-Delta in Indien weltweit aus und tötete in mehreren Pandemien Millionen Menschen. Auch heute tritt sie noch auf, vor allem nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen, wenn die Trinkwasserversorgung zusammenbricht, sowie in Konflikt- und Kriegsgebieten.
Vierte Staffel der Erfolgsserie spielt im Jahr 2049
Die Serie „Charité“ ist eine Produktion der Ufa für MDR und ARD Degeto Film und gehört seit fast zehn Jahren zu den meistgesehenen Angeboten der ARD. Die erste Staffel aus dem Jahr 2017 spielte am Ende des 19. Jahrhunderts und drehte sich um die Forschungsarbeit des Virologen Robert Koch. Staffel zwei (2019) war in der Zeit des Nationalsozialismus angesiedelt, Staffel drei (2021) rund um den Mauerbau in Berlin. Anfangs verfolgten im Schnitt rund fünf bis siebeneinhalb Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die Serie.
Die vierte Staffel aus dem Jahr 2024 wagte ein für Deutschland ungewöhnliches Science-Fiction-Experiment: Sie spielte in einem Berlin des Jahres 2049 und wurde mit wissenschaftlicher Beratung entwickelt. Sowohl die TV-Reichweite als auch die Streaming-Abrufe brachen im Vergleich zu früheren Staffeln ein. Mit der fünften Staffel kehrt die Produktion nun zum Konzept der Historienserie zurück.
