Neue Fahrzeuge und Säulen

Kampf gegen Blitzer-Apps: Polizei rüstet auf

21.06.2026 – 19:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Blitzer an einer Straße (Symbolbild): Hamburgs Polizei will mehr Blitzerwagen und -säulen anschaffen. (Quelle: Axel Heimken/dpa/dpa-bilder)

Zu hohe Geschwindigkeit ist in Hamburg die häufigste Unfallursache. Die Polizei will nun mit mehr Technik gegensteuern – und hat dabei auch ein neues Vergehen im Visier.

Hamburgs Polizei will ihre Verkehrsüberwachung deutlich ausbauen. Geplant sind unter anderem fünf zusätzliche Überwachungsfahrzeuge sowie mehr Blitzersäulen – darunter auch solche ohne Kamera, die dennoch eine abschreckende Wirkung erzielen sollen. Das berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Thomas Model, den Chef der Hamburger Verkehrsdirektion.

Die neuen Fahrzeuge sollen es der Polizei ermöglichen, Messstellen flexibel zu verlegen. Model sagte dazu: „Das ist wichtig, weil immer mehr Menschen verbotenerweise Blitzer-Apps nutzen.“

So viele Blitzer gibt es in Hamburg

Bei den geplanten Säulen setzt die Polizei auf ein gemischtes Prinzip. „Die werden nicht immer eine Kamera in sich tragen. Einige Säulen sind bestückt, andere nicht. Leersäulen erzeugen ja auch eine Wirkung“, sagte Model. An der baufälligen Norderelbbrücke sollen die bisher mobilen Anlagen durch feste Säulen ersetzt werden, die auch Abstandsverstöße erfassen. Model erklärte: „Für die Haltbarkeit der Brücke muss das Tempo dort niedrig bleiben.“

Blitzersäule an der Amsinckstraße in Hamburg: Insgesamt gibt es in der Hansestadt 40 solcher Säulen. (Quelle: IMAGO/Christian Ohde/imago)

Derzeit betreibt die Polizei 21 mobile Überwachungsanlagen und neun Überwachungsfahrzeuge. Hinzu kommen 40 Säulen mit insgesamt 49 Kameraanlagen. „Diese Zahl ergibt sich, weil in einigen Säulen zwei Anlagen verbaut sind, die in unterschiedliche Richtungen messen“, so Model.

Kameras sollen auch Handy-Verstöße erfassen

Neben Tempo- und Abstandsverstößen will die Polizei künftig auch Handyverstöße am Steuer technisch erfassen. Bislang können Beamte solche Vergehen nur durch direkte Beobachtung feststellen. Künftig sollen Kameras von Brücken oder Tunneleinfahrten von oben in Fahrzeuge filmen. Die dafür nötige Änderung des Polizeigesetzes wird derzeit mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt. Model sagte: „Wenn wir die gesetzliche Regelung haben, werden diese Geräte angeschafft.“

Als Begründung für den Ausbau verwies Model auf die Unfallstatistik: „2025 gab es mehr als 7.500 Unfälle mit Verletzten und Toten. Davon wurden knapp 15 Prozent durch zu hohe Geschwindigkeit verursacht.“ Es gehe aber nicht nur um Tempoverstöße, sondern auch darum, „ob jemand während der Fahrt das Handy bedient oder fährt, obwohl bereits Rot war“.

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