Verbraucherschützer setzen daher große Hoffnungen in das Standardprodukt, das von einem öffentlich-rechtlichen Träger verwaltet werden soll. Sozusagen die deutsche Variante dessen, was die Schweden seit Ende der 90er-Jahre vormachen. Dort setzt die große Mehrheit auf das Produkt aus öffentlicher Hand, was dem Verwalter des Geldes, der schwedischen Rentenbehörde, eine große Marktmacht verleiht und die Kosten niedrig hält.

Ob die deutsche Version ähnlich viel Zulauf erfahren wird, ist fraglich. Denn anders als in Schweden müssen sich die Deutschen aktiv für dieses Produkt entscheiden und werden ihm nicht automatisch zugewiesen. Und: Dass es überhaupt ein Standarddepot aus öffentlicher Hand geben wird, wurde im Gesetzentwurf erst kürzlich ergänzt. Aktuell ist noch unklar, wer das Vorsorgevermögen verwalten soll und wo genau die Bürger das Depot künftig abschließen können. Diese Fragen muss die Bundesregierung dringend klären, damit das staatlich organisierte Depot 2027 gleichzeitig mit den privaten Angeboten an den Start gehen und seine Funktion als günstiger und ertragreicher Anker im Markt erfüllen kann.

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