Alexander Herrmann lobt Frankens Küche
„Wir vergessen oft, wie großartig wir sind“
Aktualisiert am 22.06.2026 – 14:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Nürnberg steht in einer Rangliste der Michelin-Restaurants weit oben – noch vor Barcelona. Für TV-Koch Alexander Herrmann liegt das an der regionalen Küche.
Alexander Herrmann trägt wie meist seine Kochjacke. Das sei seine „Uniform“, erklärt er, als er die Bühne im Heilig-Geist-Haus betritt. Dann redet er los: locker, fränkisch, ganz ohne Skript. Über ein Thema, das nicht nur das Fachpublikum im Saal etwas angeht, sondern alle: Essen.
Der Anlass ist eine Veranstaltung der Metropolregion Nürnberg. Der Verein bringt dafür die Entscheider an einen Tisch, vom Caterer über Schulleiterinnen bis zum Politiker. Es geht um regionale Lebensmittel, um Gemeinschaftsverpflegung, um die Frage, welchen Wert Produkte aus der Region im Alltag haben. Und wie gutes Essen Kindern und Jugendlichen bestmöglich zugänglich gemacht werden kann.
Alexander Herrmann, der nicht nur regelmäßig im TV zu sehen ist, sondern auch mehrere Lokale in Franken betreibt, unter anderem in Nürnberg, betont, wie wichtig regionales Essen sei. Dies sei der Schlüssel des Erfolgs seiner Restaurants.
Herrmann spricht über Franken, Bayern und Regionalität. Über das, was vor der Haustür liege und oft kleiner gemacht werde, als es ist. Was diese Region habe, dürfe man „schon auch als Weltkultur sehen“, sagt er.
Knoblauchsland: Davon können andere Regionen nur träumen
Zum Beweis zieht er ein internationales Ranking heran: Städte mit der höchsten Dichte an Michelin-Restaurants, gerechnet für Städte ab 500.000 Einwohnern. Kyoto steht darauf, Paris, Washington, Osaka, Athen. Und Nürnberg. Nürnberg habe also mit die höchste Dichte an Stern-prämierten Restaurants weltweit, erklärt Herrmann. Da sind das „Essigbrätlein“, das „Wonka“, das „Etz“, die „Entenstube“ und noch weitere. Nürnberg steht damit vor Barcelona. „Wir vergessen das viel zu oft“, erklärt Herrmann. „Wir vergessen oft, wie großartig wir sind.“
Aus diesem Gedanken entstand eine Küche, die sich stark auf die Region stütze. Und eine Stärke, die es so kaum woanders in Deutschland gebe. Damit meint er auch das Knoblauchsland – eine riesige Agrarfläche in Nürnberg und Umgebung. Davon etwa könnten Berliner nur träumen, erinnert er sich an ein Gespräch in der Hauptstadt.
