Weniger Veränderung in der dritten Reihe

Die restlichen Posten im Bundesvorstand werden teils mit bekannten, teils mit neuen, jüngeren Gesichtern besetzt. Zu denen, die im Amt bestätigt werden, zählt etwa Dennis Hohloch aus Brandenburg. Er sagt: „Wir wollen nicht, dass Deutschland wird wie Offenbach.“ Die Stadt in Hessen ist die deutsche Stadt mit dem höchsten Ausländeranteil. Unter den Neuen ist der Chef der im Herbst gegründeten Nachwuchsorganisation, Generation Deutschland, Jean-Pascal Hohm. Er sagt, ihm sei wichtig, „dass unsere Kinder und Kindeskinder wieder in Sicherheit, Freiheit und Wohlstand leben können, als Deutsche in Deutschland unter Deutschen, darunter machen wir es nicht“.

AfD umgeht Blockaden mit früher Anreise

Der Parteitag wird von umfangreichen Protesten und einigen Blockade-Aktionen begleitet. Mehr als 30.000 Demonstranten sind laut Polizei in Erfurt unterwegs. Veranstalter sprechen von 50.000 Teilnehmern. Trotz zwischenzeitlicher Blockaden auf Zufahrtsstraßen beginnt das Treffen ohne Verzögerungen. Denn die meisten der rund 600 AfD-Delegierten sind bereits in den frühen Morgenstunden gemeinsam mit Reisebussen und Polizeibegleitung angereist. Einem Sprecher zufolge waren vor 5.00 Uhr bereits 540 Delegierte auf dem Gelände.

Zehntausende sind in Erfurt auf der Straße, um gegen den AfD-Bundesparteitag zu demonstrieren. (Quelle: Heiko Rebsch/dpa/dpa-bilder)

Chrupalla eröffnet das Treffen mit den Worten: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Die „Randalierer von der Antifa“ hätten „ihr eigenes Störmanöver verschlafen“. Weidel ruft ihre Partei unter großem Jubel dazu auf, „das gesamte Land“ in Schwarz-Rot-Gold zu tauchen.

Chrupalla bemüht sich, Gräben zuzuschütten. Dabei widerspricht er indirekt Höcke. „Der Westdeutsche ist genauso Deutscher wie der Ostdeutsche“, betonte Chrupalla, der aus Sachsen stammt.

Deutsche oder deutsch sprechende Amerikaner?

Im Juni hatte ein Höcke-Interview für Kritik gesorgt. Darin hatte er als wichtige Ursache für gesellschaftliche Polarisierung und Ost-West-Unterschiede gesagt: „Im Osten sind die Menschen noch Deutsche, im Westen haben sie über Jahrzehnte eine Ersatzidentität gefunden und haben sich von der amerikanischen Kultur völlig usurpieren lassen“. Usurpieren bedeutet, etwas zu verdrängen und seinen Platz einzunehmen.

Höcke, selbst im Westen aufgewachsen, zitierte außerdem einen Satz, den er „irgendwo gelesen“ habe, der gut reinpasse: „In der westlichen Republik gibt es deutsch sprechende Amerikaner oder wohnen deutsch sprechende Amerikaner und im Osten der Republik wohnen deutsch sprechende Deutsche.“ Der Amerikanismus sei eine Antithese zum Deutschtum, sagte er auch.

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