„Kein Indiz dagewesen“

Abdul Ballout – was Nachbarn über den Tatverdächtigen sagen


Aktualisiert am 26.07.2026 – 21:11 UhrLesedauer: 3 Min.

In dem Wohnhaus der Familie von Abdul Ballout gehen Beamte ein und aus. (Quelle: Leonie Lang/t-online) (Quelle: Leonie Lang/t-online)

Am Tag nach dem Attentat auf den CSD in Berlin wird das Wohnhaus des Tatverdächtigen durchsucht. Nachbarn erinnern sich an ihn – und zeigen sich schockiert.

Die Straße vor dem fünfstöckigen Gebäude ist lang und schmal. Vom Bürgersteig aus sind die Fenster einer Wohnung im oberen Stockwerk zu sehen, doch sie geben kaum Einblick. Darunter befindet sich der Eingang zu dem Haus, zu dem gerade nur Anwohner und Beamte Zutritt haben.

Hier soll die Familie des mutmaßlichen CSD-Attentäters wohnen: Ein Mann hat am späten Samstagabend einen weißen Kleintransporter in die feiernde Menschenmenge des Berliner Christopher Street Days (CSD) gesteuert. Nach Angaben der Polizei wurden dabei 29 Menschen verletzt, eine Person kam ums Leben. Tatverdächtig ist der 21-jährige Abdul Ballout.

Links neben dem Eingang des Hauses ist eine Spielothek. Der Schriftzug leuchtet, aber die Tür ist geschlossen. Vereinzelt stehen Menschen herum. Nicht viele. Nur Nachbarn, die sich begrüßen und reden, rauchen und manchmal wieder im Haus verschwinden. „Ich wohne seit 11 Jahren hier“, erzählt ein Bewohner des Hauses, der anonym bleiben möchte. „Man kennt sich als Nachbarn. Aber es ist kein Indiz dagewesen dafür, dass ich sage, der würde so einen Anschlag machen.“ Er sei schockiert, weil es in der Nachbarschaft passiert sei.

Hochzeitsfeier vor dem Wohnhaus

Ein roter Smart fährt vor. Der Fahrer, ein junger Mann, muss sich als Anwohner ausweisen und darf dann dort parken. Hamza ist 22 und kenne Abdul Ballout noch von „früher aus der Schule“. Seine Familie kenne er auch aus dem Haus und habe auch zur Mutter und zu den Schwestern nachbarschaftlichen Kontakt: „Man sagt sich Hallo. Die Schwestern gehen ganz normal zur Schule“. Abdul Ballout selbst sei vor etwa vier bis fünf Jahren plötzlich weg gewesen.

Vor einigen Monaten sei er wieder aufgetaucht und unregelmäßig gesehen worden. Geredet habe Hamza nicht mit ihm, aber er erinnere sich noch, dass dieser in der Zeit geheiratet habe: „Danach kam er immer mal zu Besuch, aber ich glaube, er wohnt hier nicht.“ Die Feier habe hier in der Straße vor dem grau-beigen Wohnhaus stattgefunden.

Die Spurensicherung durchsucht die Wohnung mit Spürhunden. (Quelle: Leonie Lang/t-online) (Quelle: Leonie Lang/t-online)

Ein lauter Knall und ein Treppenhaus voller Rauch

Einige Minuten später treten mehrere, teils vermummte Beamte aus dem Gebäude. Sie tragen einen Karton mit der Aufschrift „Spusi Papiertüten“ zu einem Auto. Dann fahren sie los. Es seien immer noch Beamte in dem Mehrfamilienhaus und in der Wohnung, bestätigt ein Polizist, mehr Auskunft könne er aber gerade nicht geben. Ein Spürhund wird die Straße entlang geführt und verschwindet mit einigen Beamten im Treppenhaus. Später ist er schnüffelnd durch die verstaubten Fenster der Wohnung zu sehen.

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