Frühzeitig planen
Ab wann zur Grippeimpfung – und für wen?
Aktualisiert am 05.10.2026 – 07:10 UhrLesedauer: 4 Min.
Eine Grippe kann lebensgefährlich sein. Die Grippeimpfung hilft, schweren Verläufen vorzubeugen. Wann der richtige Impfzeitpunkt ist.
Ein plötzlicher Beginn ist für die Grippe typisch: Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen treiben ins Bett. Während manche Menschen eher leichte bis mittlere Beschwerden verspüren, haben andere schwere Verläufe. Im schlimmsten Fall wird die Influenza lebensbedrohlich. Welche Menschen gefährdet sind und wann der richtige Zeitpunkt für die Grippeimpfung ist.
Was ist Grippe?
Die echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine akute Virusinfektion der Atemwege. Verursacht wird sie durch Influenza-Viren Typ A und B. Im Herbst und Winter tritt die Grippe gehäuft auf. Typisch ist, dass die Symptome plötzlich einsetzen:
- starkes Krankheitsgefühl
- hohes Fieber
- Schüttelfrost
- trockener Husten
- Halsschmerzen
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Abgeschlagenheit und Erschöpfung
Eine Influenzaerkrankung verläuft bei gesunden Kindern oder bei Erwachsenen unter 60 Jahren in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen. Anders sieht das bei den bekannten Risikogruppen aus.
Was die Grippe gefährlich macht
Im Gegensatz zur Erkältung (grippaler Infekt) nimmt die Influenza oft einen schweren Krankheitsverlauf. Es können unter Umständen Komplikationen auftreten wie Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Herzmuskelentzündung, Entzündung von Hirn und Hirnhäuten sowie eine Verschlechterung bestehender chronischer Erkrankungen, etwa Asthma oder COPD. Im schlimmsten Fall nimmt die Grippe einen lebensbedrohlichen Verlauf. Die Zahl der Todesfälle kann bei den einzelnen Grippewellen stark schwanken – von mehreren Hundert bis über 25.000 in der Saison 2017/18.
Schwerer Grippeverlauf – wer ist besonders gefährdet?
Das größte Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle haben ältere Menschen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Influenza-Impfung allen Personen ab 60 Jahren sowie Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen.
Des Weiteren gehören Schwangere, Personen mit einem geschwächten Immunsystem sowie Kleinkinder zu den Risikogruppen. Experten raten diesen Personen, sich gegen die schwere Virusinfektion impfen zu lassen. Empfohlen ist die Impfung für Schwangere ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens bereits ab dem 1. Trimenon. Für Kinder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung wird die Impfung ab einem Alter von sechs Monaten empfohlen.
Bei diesen Grunderkrankungen wird die Impfung empfohlen
Ebenfalls impfen lassen sollten sich Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens. Dazu gehören beispielsweise chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen. Außerdem chronische neurologische Grundkrankheiten mit durch Infektionen getriggerten Schüben, wie Multiple Sklerose. Sowie bei angeborener oder erworbener Immundefizienz oder HIV.
Wann die Impfung für Gesunde empfohlen ist
Unter bestimmten Umständen besteht auch für Gesunde eine Impfempfehlung: Für Menschen, die Kontakt mit Personen aus Risikogruppen haben und dadurch eine Infektionsquelle darstellen können, sowie für Menschen, bei denen ein erhöhtes berufliches Ansteckungsrisiko besteht, ist die Impfung empfohlen. Das gilt für medizinisches Personal ebenso wie für Menschen, die in Alters- oder Pflegeheimen tätig sind oder im selben Haushalt mit einer Risikoperson leben.
Auch Menschen, die in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr arbeiten, ist die Impfung empfohlen. Personen, die im privaten oder beruflichen Umfeld häufigen, regelmäßigen und direkten Kontakt etwa zu Schweinen, Geflügel sowie Wildvögeln und Robben haben, sollten sich ebenfalls impfen lassen.
