Blutwerte im Check

Lipase erhöht – ab wann ist das gefährlich?


Aktualisiert am 01.09.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Lipasen sind Enzyme, die für die Fettverdauung zuständig sind. Ein erhöhter Lipasewert muss nicht zwangsläufig gefährlich sein. (Quelle: AnnaStills/getty-images-bilder)

Wenn die Lipase im Blut erhöht ist, kann das relativ harmlos, aber auch gefährlich sein. Welche Ursachen infrage kommen und welche Werte bedenklich sind.

Veränderte Blutwerte geben dem Arzt wichtige Hinweise auf eine mögliche Erkrankung. Einer davon ist die Lipase.

Während Lipasewerte unterhalb der Norm oft unbedenklich sind, kann ein erhöhter Wert vor allem auf ein Problem mit der Bauchspeicheldrüse hinweisen – etwa auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Doch ab wann ist es gefährlich, wenn die Lipase erhöht ist? Welche Werte gelten als kritisch?

Was der Lipasewert aussagt

Lipasen sind Enzyme, die Fette aufspalten, damit der Körper diese verdauen kann. Ist von dem Lipasewert die Rede, ist damit in der Regel die sogenannte Pankreaslipase gemeint, die in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. „Pankreas“ ist der Fachausdruck für Bauchspeicheldrüse.

Die Lipase wird aus der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm abgegeben. Dort spaltet sie die sogenannten Neutralfette (Triglyceride) in kleinere Einheiten (freie Fettsäuren, Monoglyceride, Glycerol). Diese werden anschließend von der Darmschleimhaut aufgenommen und verwertet.

Der Arzt lässt den (Pankreas-)Lipasewert meist nur bestimmen, um Auffälligkeiten in Bezug auf die Bauchspeicheldrüse abzuklären. Zum Beispiel kann der Wert darauf hinweisen, dass die Bauchspeicheldrüse entzündet ist. Neben der Konzentration der Lipase kann dabei zusätzlich auch der Amylasewert Aufschluss bringen. Amylase zählt ebenfalls zu den Verdauungsenzymen.

Lipase: Welche Werte sind normal?

Die Konzentration an Lipase im Blut wird in Einheiten pro Liter (Units pro Liter) angegeben. Werte zwischen 13 und 60 Einheiten pro Liter gelten als normal – sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Wichtig zu wissen: Diese Angaben stellen nur eine grobe Orientierung dar. Welche Richtwerte im Einzelfall gelten, hängt unter anderem von der Untersuchungsmethode im Labor ab. Daher sind bei der Interpretation der persönlichen Werte immer die Normbereiche entscheidend, die das Labor angibt.

Liegt der Wert außerhalb der Norm, muss das nicht zwingend gefährlich sein. Vielmehr kann eine erhöhte Lipase verschiedene Gründe haben. Welche, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

Lipase: Was bedeuten erhöhte Werte?

Mögliche Ursachen einer erhöhten Lipase im Blut sind:

  • eine Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • ein Tumor im Bereich der Bauchspeicheldrüse
  • eine Nierenschwäche

Erhöhte Lipase bei Erkrankung der Bauchspeicheldrüse

Ist die Lipase sehr stark erhöht, kann dies auf eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung hinweisen: Der Wert ist dann meist mehr als dreimal so hoch wie der Grenzwert, oft liegt er noch weit darüber. Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung geht mit plötzlich einsetzenden, anhaltenden Oberbauchschmerzen einher, die gürtelförmig bis in den Rücken ausstrahlen können und oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet sind. Weitere mögliche Symptome sind Fieber, ein aufgeblähter Bauch und Kreislaufstörungen. Auch im Rahmen eines akuten Schubs einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung kann der Lipasewert stark erhöht sein.

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