Ermittler sprechen von „Hinterhalt“
17-Jähriger zu Tode geprügelt – Wut in Nachbarland
26.06.2026 – 11:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Fünf Jugendliche locken einen 17-Jährigen offenbar in einen Hinterhalt, prügeln hemmungslos auf den wehrlosen Jungen ein – und filmen das Ganze. Die Empörung in Frankreich ist riesig.
In Frankreich hat sich der gewaltsame Tod eines 17-Jährigen in der Mittelmeer-Kleinstadt Narbonne zum Politikum ausgeweitet. Vertreter mehrerer Parteien reagierten empört auf den Gewaltexzess, bei dem der 17-jährige Louis zu Tode geprügelt worden war.
„Er wurde in einen Hinterhalt gelockt, schwer misshandelt und auf einer Baustelle zum Sterben zurückgelassen“, betonte etwa Gabriel Attal von der liberalen Partei Renaissance, der auch Präsident Emmanuel Macron angehört. Marine Le Pen vom rechtsextremen Rassemblement National prangerte „alltägliche Barbarei“ an, die „nicht länger verharmlost, relativiert oder verheimlicht“ werden dürfe.
Der 17-jährige Louis war nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler am Freitag (19. Juni) in den frühen Abendstunden zu einer abgelegenen Baustelle gelockt worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sprach von einem „Hinterhalt“, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete. An der Baustelle angekommen, warteten bereits die fünf mutmaßlichen Täter auf den Teenager, „um ihn zu Tode zu prügeln“, so der Sprecher weiter. Sie sollen die Tat demnach akribisch geplant haben.
Gewalttat in Frankreich: Tat könnte Racheakt gewesen sein
Hemmungslos schlugen und traten die Täter auf das wehrlose Opfer ein, sie filmten ihre Taten. Die Videos verbreiteten sich rasant in sozialen Medien. Der lebensgefährlich verletzte 17-Jährige wurde erst am nächsten Morgen von Bauarbeitern gefunden und mit zahlreichen Prellungen und Blutungen in eine Klinik gebracht. Dort starb er am Dienstag (23. Juni) an seinen schweren Verletzungen.
Von den fünf Tatverdächtigen sind drei nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch minderjährig, inzwischen wurde Anklage gegen sie erhoben. Das Motiv für die Tat sei nicht abschließend geklärt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Möglicherweise könne es sich jedoch um eine Art Racheakt gehandelt haben, ergänzte er. Laut „Le Monde“ könnte einer der Schläger zuvor in einen Streit mit dem späteren Opfer geraten sein. Die Staatsanwaltschaft stellte jedoch klar, dass ein rassistisches Motiv auszuschließen sei.
Louis war laut dem „Le Monde“-Bericht seit Mai vorübergehend in einer Kinderschutzeinrichtung untergebracht, auf Wunsch der Eltern, hieß es. Genauere Hintergründe blieben unbekannt. Der junge Mann habe sich am 12. Mai, also nur sieben Tage vor der brutalen Attacke, bei einer örtlichen Polizeidienststelle gemeldet, um „Gruppengewalt“ zu melden, hieß es. Auch hier müssten die näheren Umstände nun geklärt werden.
