Schütze tötet zwei Behördenmitarbeiter

Mitten in der Nacht griffen die Einsatzkräfte zu


Aktualisiert am 09.10.2026 – 05:39 UhrLesedauer: 3 Min.

Polizeikräfte sind bei Berngau in der Nacht im Einsatz. Bei einer Waffenkontrolle in der Oberpfalz sind eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt erschossen worden. (Quelle: Tizian Gerbing/dpa/dpa-bilder)

In einer Gemeinde in der Oberpfalz fallen Schüsse, zwei Menschen sterben. In der Nacht meldet die Polizei eine Festnahme.

Stundenlang redeten erfahrene Spezialisten auf den verschanzten Mann ein, versuchten, ihn vom Aufgeben zu überzeugen. Vergeblich. Der mutmaßliche Täter, der bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt in der Oberpfalz erschossen haben soll, wollte sich partout nicht ergeben. Mitten in der Nacht griffen die Einsatzkräfte dann zu. Mit Hilfe von Sprengmitteln und Schüssen nahmen sie den 60-Jährigen in Berngau fest.

„Über den genauen Ablauf der Geschehnisse können derzeit noch keine genaueren Angaben gemacht werden“, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberpfalz unmittelbar danach. „Das Ganze ging auf jeden Fall nicht widerstandslos, weil die Beamten auch schießen mussten.“ Die Schüsse verletzten den mutmaßlichen Täter leicht am Bein; der Deutsche wurde im Anschluss medizinisch versorgt.

Beamte in Berngau: Spezialkräfte sind vor Ort. (Quelle: Tizian Gerbing/dpa)

Einsatz zog sich über gut zwölf Stunden

Gegen 14 Uhr am Donnerstagnachmittag hatten mehrere Zeugen per Notruf Schussgeräusche bei Polizei und Rettungskräften gemeldet. Es begann ein Großeinsatz der bayerischen Polizei, der sich bis tief in die Nacht zog.

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Zunächst umstellten die Beamtinnen und Beamten das Gebäude. Vor dem weißen Wohnhaus mit der ebenerdigen Eingangstür entdeckten sie den 45 Jahre alten Behördenmitarbeiter leblos auf dem Boden liegend. Er war bereits tot. „Der Tatverdächtige meldete sich telefonisch bei der Einsatzzentrale. Er gab in den folgenden Gesprächen an, in seiner Wohnung und im Besitz von Schusswaffen zu sein“, schilderte die Sprecherin. Er habe auch zugegeben, geschossen zu haben – und angekündigt, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen.

Als die Einsatzkräfte Sicherungsmaßnahmen innerhalb des Gebäudes durchführten, in dem sich der Mann zu diesem Zeitpunkt noch verschanzte, entdeckten sie eine weitere Leiche. Es handelte sich um die 54 Jahre alte Kollegin des 45-Jährigen. „Wir gehen davon aus, dass sie schon im Zuge der Schüsse unmittelbar gestorben ist“, sagte ein Polizeisprecher. Dafür spreche die Auffindesituation.

Polizei und Rettungskräfte im Einsatz: Anwohner hatten mehrere Schussgeräusche gemeldet. (Quelle: Tizian Gerbing/dpa)

Routinekontrolle bei legalem Waffenbesitz

Die beiden Opfer hatten den Angaben zufolge eine routinemäßige Kontrolle im Rahmen von legalem Waffenbesitz durchführen wollen. Dabei geht es unter anderem darum, ob die Waffen richtig gelagert werden. Doch statt dies unter Beweis zu stellen, soll der 60-Jährige das Feuer auf die beiden Kontrolleure eröffnet haben.

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