
Unglück ausgelöst
Zug rammt Bootsanhänger – Polizei nimmt Absicht an
05.01.2026 – 16:25 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein Regionalexpress verlässt den Bahnhof. Plötzlich steht ein schwerer Bootsanhänger auf den Gleisen – fernab von jedem Bahnübergang.
Unbekannte Täter haben am Bodensee einen schweren Bootsanhänger auf Bahngleise bugsiert und so ein Zugunglück verursacht. Darauf deuten aktuelle Ermittlungen der Polizei hin.
In der Nacht zum Sonntag hatte der Triebfahrzeugführer des Zuges kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof Friedrichshafen Ost den leeren Anhänger auf den Gleisen bemerkt. Dieser stand laut Polizei auf freier Strecke, fernab von einem Bahnübergang. Der Triebfahrzeugführer leitete eine Schnellbremsung ein. Da der Zug aber schon mit 110 km/h unterwegs war, konnte das den Zusammenstoß nicht mehr verhindern.
Jetzt ermittelt die Polizei wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Es müsse „eine erhebliche Anstrengung“ notwendig gewesen sein, den Anhänger auf den Schienen zu platzieren, heißt es in einer Mitteilung der Bundespolizei vom Montag. Zuvor sei der Bootsanhänger korrekt in einer Parkbucht in der Nähe der Gleise abgestellt und gesichert gewesen.
An Bord des Zuges befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks 24 Passagiere. Sie wurden allesamt unverletzt aus dem Zug gebracht und mit einem von der Bahn bereitgestellten Bus weitertransportiert. Kräfte der Feuerwehr schnitten unterdessen den unter dem Triebwagen verkeilten Anhänger heraus.
Die Sperrung der eingleisigen Strecke wurde nach knapp drei Stunden aufgehoben. An dem Einsatz waren neben Bundes- und Landespolizei auch Feuerwehr, Rettungsdienst und Bahnmitarbeiter beteiligt. Auch ein Hubschrauber der Polizei war im Einsatz.