
Black Friday im Datencheck
Zu welcher Uhrzeit Verbraucher am meisten zuschlagen
26.11.2025 – 14:40 UhrLesedauer: 4 Min.
Deutschland shoppt am Black Friday so viel wie nie zuvor – und schickt auch deutlich mehr zurück. Was Sie wissen sollten, bevor Sie zuschlagen.
Der Black Friday bleibt voraussichtlich der umsatzstärkste Einkaufstag des Jahres. Er verändert das Einkaufsverhalten vieler Menschen spürbar. Eine neue Analyse der Finanztechnologie-Plattform Adyen zeigt, wie stark sich Zahlungsarten, Einkaufsvolumina und Rückgaben in Deutschland verschieben. Diese Trends und Risiken sollten Verbraucher kennen, bevor sie sich in den Rabatttrubel stürzen.
Eine Rückschau auf den Black Friday des vergangenen Jahres zeigt, dass der durchschnittliche Einkaufswert um 15 Prozent über dem eines normalen Freitags lag. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei der Menge der Käufe aus: Das Transaktionsvolumen stieg in Deutschland auf das 2,7-Fache. Damit lag Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz neun und gleichauf mit den USA.
Die meisten Käufe wurden hierzulande gegen 16 Uhr getätigt. In den USA erreichte die Geschäftszeit bereits um 11 Uhr Ortszeit ihren Höhepunkt, in Großbritannien um 17 Uhr. In Frankreich und Schweden fielen die Stunden mit den meisten Transaktionen sogar auf den darauffolgenden Samstag.
Auch in diesem Jahr wollen viele Verbraucherinnen und Verbraucher wieder auf Schnäppchenjagd gehen. Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unter mehr als 1.000 Internetnutzern wollen etwa zehn Prozent mehr Geld ausgeben als noch vor Jahresfrist. Im Mittel wollten die Befragten rund 312 Euro in die Sonderangebote investieren. 2024 waren es noch 280 Euro.
Weniger optimistisch ist der Handelsverband Deutschland (HDE). Er rechnet erstmals mit einem Umsatzrückgang um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erwartet würden Einnahmen von 5,8 Milliarden Euro. Der Hauptgrund sei die anhaltend schwache Konsumstimmung.
Kurz vor dem Shopping-Event treten neue EU-Regeln für „Buy Now, Pay Later“ (BNPL) in Kraft. Spätestens ab November 2026 müssen Anbieter bei Käufen unter 200 Euro eine Bonitätsprüfung durchführen. Damit soll die Überschuldung von Verbrauchern verhindert werden.
Die Analyse von Adyen zeigt, dass BNPL-Zahlungen am Black Friday 2024 im Vergleich zu den Monaten September und Oktober desselben Jahres um 20 Prozent höher lagen. Die mit BNPL bezahlten Umsätze liegen in diesem Jahr aktuell bei minus 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Verbraucher sollten wissen: Die Option „Jetzt kaufen, später bezahlen“ bleibt zwar beliebt, birgt aber das Risiko, dass man schnell mehr Geld ausgibt, als eigentlich geplant.
Verbraucher sollten deshalb stets bedenken, dass viele Angebote zwar spektakulär klingen, der Preisvorteil in der Realität laut Analysen jedoch oft deutlich geringer ausfällt. Darauf weist Erik Maier hin. Er ist Handelsexperte und Professor für Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der TU Chemnitz.
„Untersuchungen aus 2024 haben gezeigt, dass der durchschnittliche Rabatt im Vergleich zu vor dem Black Friday nur sieben Prozent betrug“, so Maier. Einer der Gründe: Viele Angebote beziehen sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP), nicht auf den realen Straßenpreis. Dadurch wirkten die prozentualen Nachlässe größer, als sie am Ende tatsächlich seien.










